Beim Masturbieren gefilmt und erpresst. Neulengbacher wurde mit Video, in dem er sich selbst befriedigte, erpresst. Geforderte 5.000 Euro konnte er nicht zahlen, Erpresserin wollte nach Verhandeln nur mehr 150 Euro.

Von Beate Riedl. Erstellt am 17. Oktober 2018 (05:14)
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Sextortion
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Es hätte so romantisch sein können, doch ein Internetflirt zwischen einem Neulengbacher (23) und einer attraktiven Unbekannten endete mit einer Anzeige bei der Polizei. Der junge Mann lernte via Facebook eine hübsche Frau kennen. Die beiden begannen, sich via Chat angeregt zu unterhalten. Bald wechselten sie auf Anregung der Frau auf eine Videoplattform, um sich bei den Unterhaltungen auch sehen zu können. Zwischen den Bildschirmen „knisterte“ es, es wurde geflirtet, was das Zeug hielt. Schließlich ließ sich der Mann überreden, sich vor dem Computer selbst zu befriedigen, die Frau sollte ihm dabei zusehen. Als er motiviert Hand an sich anlegte, bemerkte er plötzlich, dass sein Gegenüber am Bildschirm die Selbstbefriedigung mitfilmte.

Mit Veröffentlichung des Videos erpresst

Doch dann war es schon zu spät – die junge Frau hatte alles gespeichert und erpresste den Neulengbacher mit der Veröffentlichung des Videos, wenn er nicht 5.000 Euro überweise. Er beteuerte daraufhin, dass er nicht so viel Geld habe. 1.500 Euro sollten es dann sein – und zu guter Letzt „nur“ mehr 150 Euro. Schließlich erstattete der junge Mann Anzeige bei der Polizei, noch bevor er das Geld überwies.

Die Polizei rät bei dieser Form des Internetbetruges, die laut Landeskriminalamt NÖ immer mehr zunimmt, zur Vorsicht: „Es empfiehlt sich, skeptisch zu sein, wenn attraktive, unbekannte Chatpartner mit Komplimenten schmeicheln und dann rasch auf andere Medien wechseln wollen.“ Außerdem sollte man sich niemals nackt vor der Kamera zeigen. Sollte es bereits zu einer Erpressung gekommen sein, dann Ruhe bewahren, den Chatkontakt sofort abbrechen und nicht bezahlen, gibt die Polizei Tipps.

Der Begriff „Sextortion“ ist eine Wortkombination aus „Sex“ und „Extortion“ (Erpressung). Bei dieser Betrugsmasche im Internet werden Opfer von attraktiven Unbekannten dazu animiert, in Videochats nackt zu posieren oder sexuelle Handlungen an sich vorzunehmen. Die Täter zeichnen das erstellte Bild- oder Videomaterial auf und versuchen dann, vom Opfer Geld zu erpressen, indem sie mit der Veröffentlichung der Aufnahmen drohen. Die Scham und Angst der Opfer wird dabei als Druckmittel genutzt. Laut Polizei nimmt diese Form der Erpressung weltweit zu.