Debatte um die Saalmiete. Grüne kritisieren, dass Privatpersonen zu viel zahlen müssen.

Von Renate Hinterndorfer. Erstellt am 16. September 2017 (05:30)
Der Lengenbacher Saal soll für Feiern und Kulturveranstaltungen genutzt werden. Die Mieten wurden neu festgesetzt.
Gemeinde

Der Lengenbacher Saal wurde komplett erneuert. Die Stadtgemeinde Neulengbach hat rund 200.000 Euro investiert. Die Saalmiete wird ab 1. Jänner 2018 erhöht: 520 Euro macht die Tagespauschale für den Lengenbacher Saal aus, 180 Euro für den Stadtkeller. Für Neulengbacher Vereine gibt es 50 Prozent Vergünstigung.

„Wir haben im Liegenschaftsausschuss heftigst diskutiert. Man muss sich die Mieten auch leisten können“, betonte SP-Stadtrat Josef Fischer in der Gemeinderatssitzung. Auch da sorgte die neue Regelung für eine Debatte.

Sabine Engelmaier-Zinner (Grüne) wünscht sich günstigere Tarife für Privatpersonen: „Wir haben keinen großen Saal, den man über ein Hotel wie das Steinberger mieten kann. Die Neulengbacher werden weiterhin nach Altlengbach gehen und dort ihre Geburtstage feiern. Ich wünsche mir, dass die Leute in Neulengbach bleiben und hier ihren 50er feiern.“

Josef Fischer hielt fest, dass die Gemeinde nicht mit Steuergeld den Saal für einige private Mieter erhalten könne: „Wenn wir die Mieten billiger machen, kostet uns jeder Tag etwas. Das ist nicht im Sinne eines richtigen Wirtschaftens. Und die Vereine bekommen ja eine schöne Unterstützung.“

„Mir wär’s am liebsten, wenn wir den Saal gratis hergeben könnten.“

Stadtrat Josef Fischer zur Kritik an der Erhöhung der Mieten für den Lengenbacher Saal.

Für VP-Vizebürgermeister Alois Heiss ist die neue Regelung in Ordnung: „Ich glaube, das ist ein fairer Preis. Das ist auch für Vereine okay. In der Miete sind jetzt auch Betreuungskosten durch den Saalwart, der Strom und das Putzen drin.“

Den Gemeindepolitikern ist wichtig, dass in Saal und Stadtkeller keine Schäden verursacht werden. „Wir dürfen auf der neuen Tonanlage niemanden herumdrücken lassen“, so Alois Heiss. Deswegen ist in Zukunft bei jeder Veranstaltung ein Saalwart dabei, der über die Neukom gestellt wird. Die neuen Mieten wurden mit drei Stimmenthaltungen mehrheitlich beschlossen.

Rathaussaal wird auch vermietet

Auch der neue Saal im Rathaus kann künftig von Privatpersonen genutzt werden. Die Miete beträgt 300 Euro pro Veranstaltung und 150 Euro für eine Trauung. Der Beschluss wurde im Gemeinderat mit großer Mehrheit gefasst.