Düngerfabrik Karner: 10,8 Millionen für neuen Betrieb . Hauptquartier der Asperhofener Düngerfabrik Karner wird in Neulengbach gebaut. Nächstes Jahr soll Eröffnung sein.

Von Renate Hinterndorfer. Erstellt am 01. Juli 2020 (04:32)
Gabriel Karner, Sebastian Karner, Roswitha Karner, Robert Karner, Landesrat Jochen Danninger, Konstantin Karner, Landtagsabgeordneter Martin Michalitsch und ecoplus-Geschäftsführer Helmut Miernicki beim Spatenstich.
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Düngemittelproduzent Robert Karner erweitert seinen Betrieb und errichtet eine neue Zentrale in der Umseerstraße in Neulengbach: 10,8 Millionen Euro investiert er in den Standort. Auf einer Fläche von 25.000 Quadratmetern entsteht ein knapp 10.000 Quadratmeter großes Firmengebäude für Produktion, Forschung, Rohstofflagerung und Verwaltung. Am Freitag wurde der Spatenstich gesetzt. Ende Juni 2021 soll das neue Hauptquartier der Düngerproduktionsfirma eröffnet werden.

„Gerade jetzt müssen wir den Mut zur Veränderung haben, in die Zukunft schauen und investieren. Corona zeigt uns auf, dass wir uns verändern müssen“, betonte Robert Karner beim Festakt zur Spatenstichfeier. Aus drei Gründen startet die Firma Karner heuer ihr Großprojekt: Die Baukosten sind niedrig, die Finanzierung ist günstig, und es gibt gute Förderungen. „Deswegen haben wir den Mut zu investieren und die Wirtschaft vorantreiben“, stellte Robert Karner fest. Sein besonderer Dank galt Gundakar Liechtenstein für den Verkauf des Grundstücks, wodurch die Erweiterung der Firma erst möglich wurde.

Alles begann in einer Garage

Robert Karner ist seit 29 Jahren im Agrarbereich tätig. Mittlerweile arbeiten nicht nur seine Frau Roswitha, sondern auch alle drei Söhne im Betrieb. Begonnen hat alles in einer Garage: „Mit einem Eimer und einem Kochlöffel“, erzählte der Unternehmer schmunzelnd. Die ersten zehn Jahre seien schwierig gewesen: „Der Weg war steinig, aber es war wichtig, diese Erfahrungen gemacht zu haben. Das waren gute Lehrjahre.“ Viele Zufälle und viele Leute, die hinter ihm stehen, hätten es möglich gemacht, dass sich die Produktion ständig weiter entwickelt hat, freut sich der Firmenchef.

Dass die Firma Karner jetzt – trotz Coronakrise – groß ausbaut und die Produktionskapazitäten verfünffacht, freut auch Wirtschaftslandesrat Jochen Danninger: „Wir brauchen diesen Optimismus. Die Pandemie hat nichts und niemanden verschont. Gerade auch für die Wirtschaft sind die Auswirkungen enorm.“ Es könne nicht hoch genug geschätzt werden, dass ein Unternehmer viel Geld in die Hand nimmt und investiert, betonte Danninger bei seinem ersten Spatenstich seit dem Lockdown: „Das ist ein wichtiges Zeichen für ganz Niederösterreich, dass es wieder nach vorn geht.“ Engagement und Unternehmergeist seien wichtig, um den Wirtschaftsstandort voranzubringen.

Auch für Helmut Miernicki, Geschäftsführer der NÖ Wirtschaftsagentur ecoplus, hat die Expansion der Firma Karner eine besondere Symbolik, die über die Grenzen von Neulengbach hinausgehe: „Corona hat uns im Würgegriff. Die Szenarien sind eher negativ. Solche Leuchtturmprojekte, wo eine Familie einen zweistelligen Millionenbetrag in die Hand nimmt und investiert, sorgen für eine Aufbruchstimmung. Es ist großartig, was ihr da macht. Dankeschön.“