Fastenzeit: Genug gevöllert. Fastenzeit Kein Alkohol, weniger Fleisch, keine Süßigkeiten? Viele Menschen ändern ihre Gewohnheiten kurzzeitig.

Von Renate Hinterndorfer. Erstellt am 07. März 2017 (02:30)
Stadtgreißler Georg Brutschy hat am Aschermittwoch weniger Fleisch und mehr Käse verkauft.
NOEN, Hell

„Wir haben am Aschermittwoch zu Mittag vielleicht drei Fleischspeisen gebraucht. Und beim Heringschmaus am Abend wurde ein Grillteller bestellt, sonst haben alle Gäste Fisch gegessen“, erzählt Johann Messerer.

Der Wirt der Seebachstube schätzt, dass Fasttage wie Aschermittwoch, Gründonnerstag oder Karfreitag von 85 Prozent der Leute eingehalten werden, zumindest was das Essen betrifft. Auf Alkohol werde nicht unbedingt verzichtet.

Ein etwas anderes Konsumentenverhalten stellt auch Stadtgreißler Georg Brutschy in der Fastenzeit fest: „Bei dem einen oder anderen ist schon ein Bewusstsein zu erkennen.

Am Aschermittwoch wird mehr Käse und Fisch gekauft.“ Die Leute würden aber auch unabhängig von der Fastenzeit zwischendurch Diäten einschieben.

„Der Versuch, vernünftiger zu leben ist schon vorhanden“Franz Wohlmuth

Wie hält es der Neulengbacher Bürgermeister mit dem Fasten? „Ich bin nicht jemand, der sich kasteit, aber der Versuch, vernünftiger zu leben ist schon vorhanden“, sagt Franz Wohlmuth.

Der Alkoholkonsum werde eingeschränkt, das Essen müsse nicht so üppig sein. In seiner Jugendzeit habe die Fastenzeit insgesamt eine andere Qualität gehabt. „Damals war ja eine Mangelwirtschaft. Da hat die Mutter im Fasching Krapfen gemacht, dann war es vorbei. Heute ist die Versuchung in den Geschäften eine ganz andere, die Angebote sind am Aschermittwoch nicht anders als am Faschingssamstag.“

Für Landesschulrats-Vizepräsidentin Beate Raabe-Schasching ist Fasten immer wieder aus gesundheitlichen Gründen ein Thema: „Ich hatte ein massives Hautproblem, das auf eine Histaminintoleranz zurückgeführt wurde, daher weiß ich genau, worauf ich meiner Haut zuliebe verzichten sollte. Das tu ich einmal mehr und einmal weniger konsequent. Das hat mit religiösen Vorschriften nichts zu tun.“

Aschermittwoch: Kirche bummvoll

Der Neulengbacher Pfarrer Boguslaw Jackowski stellt fest, dass viele Menschen vom Wohlstand übersättigt sind: „Sie suchen wieder Gott.“ Am Aschermittwoch sei die Kirche bummvoll gewesen, freut sich der Geistliche:

„Ich war sehr positiv überrascht. Die Leute nehmen die Fastenzeit ernst, besinnen sich und nutzen diese Zeit als Vorbereitung für das höchste Fest in der Kirche. Eine gewisse Gruppe von Menschen pflegt diese kirchliche Tradition, das ist eine tolle Sache.“

Jackowski kennt aber auch die andere Seite: „Es gibt auch viele Leute, die keine Ahnung von der Fastenzeit haben und nichts damit anfangen können.“

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