Frau (29) rastete nach Grillparty aus. Aus Zorn ging 29-Jährige auf Nachbarin und deren Freundin los und verletzte beide. Vor Gericht kam sie mit Diversion davon.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 04. Juli 2019 (03:46)
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Symbolbild

„Alkohol steigert nur vermeintlich die intellektuelle Leistungsfähigkeit“, sagt ein Rechtsanwalt vor Gericht. Nach einer Grillparty in Neulengbach rastete seine Mandantin (29) aus, attackierte ihre Nachbarin und deren Freundin, verletzte beide, nachdem sie mit ihnen und anderen Gästen davor noch in einer lauen Mainacht letzten Jahres gemütlich gefeiert hatte.

Von roher Gewalt berichten die Opfer im Prozess. „Sie war wild. Ihr Mann hat sie festgehalten, sie wollte sich losreißen. Die anderen Gäste, die Schaulustigen, sind nur dagestanden“, sagt eine der Frauen. Sie kam durch die Attacke zu Sturz, brach sich eine Kniescheibe. „Ich habe meine Enkelin schreien gehört, es war ein ordentliches Gerangel“, sagt deren Großmutter, die zu Hilfe eilte.

„Sie hat mich zusammengeschlagen und dann nackt ausgezogen“ 

Das andere Opfer erlitt eine Gehirnerschütterung. „Sie hat mich zusammengeschlagen und dann nackt ausgezogen. Ich bin ohnmächtig geworden, nachdem sie mich mit dem Kopf auf den Betonboden geschlagen hat. Sie war extrem laut und sehr aggressiv“, so diese Frau. Warum bei der Angeklagten Emotionen hochgegangen sind? „Es war um zwei in der Früh. Ich war schon zuhause und habe gehört, wie sie über meine Tochter schimpfen“, so die Angeklagte.

Weil die 29-Jährige bislang unbescholten ist, kommt sie mit Diversion davon. Das Verfahren wird auf Probezeit von zwei Jahren eingestellt. An die Opfer muss sie insgesamt 1.200 Euro Schmerzensgeld berappen.

Ein Mitangeklagter, er soll die 29-Jährige gewürgt haben, wird von Körperverletzung freigesprochen.