Fußgängerzone soll Verkehrsberuhigung bringen. Wunsch gibt‘s seit Jahren, Umsetzung ist derzeit nicht realistisch.

Von Renate Hinterndorfer. Erstellt am 26. September 2017 (05:26)
Renate Hinterndorfer
Stimmen für eine Fußgängerzone im Neulengbacher Zentrum werden immer wieder laut. Die Aktive Wirtschaft kann sich damit nicht anfreunden. Eine Begegnungszone ist eher denkbar.

Der Wunsch nach einer Fußgängerzone ist in Neulengbach immer wieder zu hören. „Ja, das Thema taucht seit 20 Jahren immer wieder einmal auf“, bestätigt Georg Brutschy, der Obmann der Aktiven Wirtschaft, mit einem Schmunzeln. Auch beim Bürgerbeteiligungsprojekt Raum_Wagen war der Autoverkehr im Ortszentrum ein Thema.

VP-Wirtschaftsstadtrat Gerhard Schabschneider weiß, dass immer wieder Stimmen für eine Fußgängerzone laut werden: „In den Arbeitskreisen der Stadterneuerung ist der Wunsch auch mehrfach aufgetaucht.“

Neue Parkflächen werden benötigt

Schabschneider kann sich ein autofreies Zentrum grundsätzlich vorstellen, in der Praxis sei das aber aus derzeitiger Sicht nicht denkbar: „Solange wir keine Ersatzflächen zum Parken haben, brauche ich das nicht andenken. Die Leute kommen mit dem Auto aus den Katastralen und aus anderen Gemeinden ins Stadtzentrum. Jeder will mit dem Auto vor den Geschäften stehenbleiben.“ Wenn es Ersatzparkplätze gibt, könne man über alles reden, so der Stadtrat.

„Wenn in der Aktiven Wirtschaft alle Geschäftsleute das wollen, dann wird man es diskutieren.“ Bürgermeister Franz Wohlmuth

Auch Georg Brutschy ist überzeugt, dass eine Fußgängerzone so schnell nicht zu realisieren ist: „Ein Großteil der Unternehmer hält das in der jetzigen Situation nicht für gut. Natürlich wäre es schön, wenn man durch die Stadt flanieren könnte, aber in Wahrheit sind die schönen Zeiten, wo man das machen kann und wo es etwas bringt, in Summe sehr mager.“

Solange es nicht ein Parkhaus oder andere Parkmöglichkeiten in Zentrumsnähe gibt, sei eine „Fuzo“ nicht umzusetzen, da sei man sich in der Aktiven Wirtschaft ziemlich einig.

Begegnungszone als Kompromisslösung

Was sich Georg Brutschy aber vorstellen kann, ist eine Art Begegnungszone: „Das sollte eine verkehrsberuhigte Zone sein, das heißt, dass man das Zentrum nicht sperrt, sondern dass Autos fahren dürfen, aber eben im Schritttempo, damit sich die Kunden, die unterwegs sind, nicht fürchten müssen.“

Dem kann auch Stadtrat Gerhard Schabschneider etwas abgewinnen, vorausgesetzt es würden nicht zu viele Parkplätze verloren gehen.

"Fußgängerzone: Alle müssen an einem Strang ziehen"

Für Bürgermeister Franz Wohlmuth ist klar: „Eine Fußgängerzone kann nur dann kommen, wenn in der Aktiven Wirtschaft wirklich alle das wollen. Dann kann man das Thema diskutieren.“ Der Maßstab seien die Menschen, die im Zentrum wohnen und ihre Geschäfte im Zentrum haben. „Es kann nicht sein, dass von außen jemand kommt und sagt, wir brauchen eine Fußgängerzone.“