Gewächshaus für Tibet. Junge Neulengbacher haben einen Benefiz-Pflanzenmarkt veranstaltet, um Geld für Kinder-Projekt zu sammeln.

Von Christine Hell. Erstellt am 14. Mai 2015 (06:35)
NOEN, Christine Hell
Gerlinde Dombrowski und Raffael Sterkl (l.) freuten sich über viele Kunden, die Gemüsepflanzen beim Benefizmarkt einkauften, und damit das neue Projekt »Gewächshaus für Spiti« unterstützten. Im Bild mit den Nachbarn Günter Tiller und Patricia Rych.

„Es gäbe derzeit so viele Orte auf der Welt, wo dringend Hilfe nötig wäre“, sagt Raffael Sterkl. Für ihn und seine Partnerin Gerlinde Dombrowski seien es eben Kinder, die aus Tibet nach Nordindien geflüchtet sind, denen sie Hilfe anbieten. Es war eine Fügung, und es klingt fast wie ein Märchen, wie die beiden Neulengbacher auf das Projekt Tibethilfe Niederösterreich gestoßen sind: Sie fanden das in einem Park verlorene Mobiltelefon des St. Pöltners Siegfried Nasko, der der Obmann der Tibethilfe Niederösterreich ist (die NÖN berichtete). Vor eineinhalb Jahren machten sich die beiden Neulengbacher auf, um ein halbes Jahr in der Himalaya-Region zu verbringen, die Schüler zu unterrichten und ein Gartenprojekt zu starten.

Eröffnungsfest der Schule in Tibet im Juli

Auf der Heimreise hatten sie bereits Pläne für eine neue Schule mit im Gepäck: Eine Schule in Spiti, auf 4.000 Metern Seehöhe. Für 100 Mädchen, die sonst keine Chance auf Schulbildung haben und auf die ein Leben als Kuhtreiberin oder Ziegenhirte wartet. Bereits im September 2014 war die Planung für den 30.000 Euro teuren Bau mit Klassenzimmern, Schlafräumen, Essraum und Küche abgeschlossen.

„Die Mauern sind bereits bis zur Deckenhöhe errichtet und Fenster eingebaut, wir freuen uns sehr, denn auf den Fotos lässt sich erkennen, dass neben den Bauarbeitern auch Eltern der zukünftigen Schüler am Bau mit Hand anlegen“, ist Raffael Sterkl begeistert. Den Baugrund hat die indische Regierung zur Verfügung gestellt und Lehrer unterrichten gratis. Großes Eröffnungsfest ist im Juli.

Jetzt gibt es bereits neue Pläne: „Wir wollen ein großes Gewächshaus errichten“, ist Gerlinde Dombrowski in Aufbruchstimmung. Durch die Abgelegenheit und die Lage in 4.000 Metern Seehöhe sind die Lebensmittel sehr teuer. Das Gewächshaus soll mit der Ernte alle 100 Schüler ernähren können, die Schüler sollen gleichzeitig im Pflanzenbau unterrichtet werden. Über 4.000 Euro wird der Bau inklusive Betonfundament kosten. Mit dem Benefizpflanzenmarkt haben Gerlinde und Raffael 1.600 Euro zusammengebracht und sie sind glücklich über diesen Erfolg . . .