Klaipeda statt Neulengbach: Rehau fertigt in Litauen. Künftiger Standort für Produktion von Mikrokabelrohren steht fest. 55 Mitarbeiter sollen ab 2022 in dem Werk beschäftigt sein. 113 verlieren hier den Job.

Von Renate Hinterndorfer. Erstellt am 26. Februar 2020 (03:56)
Rehau will 2022 sein erstes Werk in Litauen in Betrieb nehmen.
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Im Jänner wurde bekannt, dass Rehau den Standort in Neulengbach schließt und 113 Arbeitnehmer ihren Job verlieren. Jetzt steht fest, wo das Unternehmen künftig seine Mikrokabelrohre fertigen wird: in Litauen.

Wie berichtet hatte Rehau in Neulengbach in den vergangenen Jahren auf den Ausbau des Mikrokabelsektors gesetzt. Der Bereich habe sich zwar positiv entwickelt, die Ergebnisse seien zuletzt aber deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben hieß es von der Geschäftsleitung. Um seinen Kunden weiterhin wettbewerbsfähige Preise bieten zu können, erfolge die Produktionsverlagerung in Richtung Osteuropa.

„Klaipeda überzeugte nicht nur durch Lage, Infrastruktur und das wirtschaftspolitische Umfeld"

Ab 2022 will das Unternehmen seine Kunden aus der litauischen Hafenstadt Klaipeda beliefern. Man habe in den vergangenen Wochen potenzielle neue Produktionsstandorte für die Fertigung von Mikrokabelrohren analysiert und bewertet. „Klaipeda überzeugte nicht nur durch Lage, Infrastruktur und das wirtschaftspolitische Umfeld. Die Verfügbarkeit von gut ausgebildetem Personal war für uns ein entscheidender Faktor, um unsere hohen Qualitätsstandards weiterhin sicherstellen zu können“, erklärt Roger Schönborn, Mitglied der Rehau Gruppengeschäftsleitung und Leiter der Division Building Solutions.

Gemeinsam mit der dortigen „Free Economic Zone“, der freien Wirtschaftszone, werde aktuell ein Konzept für eine „Build-to-suit-Lösung“ erarbeitet. Auf Basis seiner Anforderungen entsteht vor Ort ein Objekt, das vom Unternehmen angemietet wird. Anfang 2022 will der Polymerspezialist die Produktion in seinem ersten litauischen Werk mit vorerst rund 55 Mitarbeitern aufnehmen.

In Neulengbach laufen unterdessen nach wie vor die Einzelgespräche mit den Mitarbeitern, die ihren Arbeitsplatz verlieren. Was mit dem Rehau-Areal an der Bahn passiert, ist nach wie vor nicht bekannt.

Die Rehau-Gruppe ist ein Polymerspezialist mit einem Jahresumsatz von mehr als 3,5 Milliarden Euro. Rund 20.000 Mitarbeiter sind weltweit an über 170 Standorten tätig.