Schielefest: „Die Kontroverse läuft weiter“ . Das Jubiläum des Dadaismus, das Werk Egon Schieles sowie deren Bedeutung in der Gegenwart wurden unter dem Motto „Die Kontroverse läuft weiter“ beleuchtet.

Von Lisa-Maria Seidl. Erstellt am 16. September 2016 (09:22)
Der Kurator der Kunsthalle Wien, Lucas Gehrmann (r.), sprach mit Künstler Leander Kaiser (l.) über Malerei und Dadaismus.
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Zur 15. Ausgabe des SCHIELE Festes lud der Verein Pro & Contra zum zweiten Mal nach Neulengbach und Maria Anzbach ein. Unter dem Motto „Die Kontroverse läuft weiter“ wurden die Besucher des interdisziplinären Festivals dazu eingeladen, auf den Spuren von Egon Schiele eine Reise durch Raum und Zeit zu unternehmen und dabei Malerei, Performance, Tanz und Musik, aber auch Vorträge und Diskussionen zu erleben.

Ein künstlerischer Wandertag

Der künstlerische „Wandertag“ umfasste drei Stationen. Den Beginn bildete eine Zeichen-Performance von Lore Heurermann mit dem Titel „Bewegung im Zeitstrom – Bewegtes im Wandel“ sowie ein Tanz von Waltraud Pöllmann in der Künstlervilla Eva & Peter. Im Zentrum der zweiten Station standen Bilder von Hildegard Stöger, die sich in ihrem Bildzyklus mit Menschen auf Reisen beschäftigt. Ausgestellt waren die Werke im Foyer des Gemeindezentrums Maria Anzbach. Lucas Gehrmann, Kurator der Kunsthalle Wien, führte im Anschluss ein Gespräch mit dem Maler und Kunstphilosophen Leander Kaiser über Dadaismus, die Malerei im Osten und Westen sowie über Bildverbote. Präsentiert wurde auch ein dadaistisches Objekt von Susanne Kompast mit dem Titel „Ad Sine“ am Hauptplatz Maria Anzbach. Den Abschluss bildete eine Performance Installation rund um das 100-Jahr-Jubiläum der Protestkunstbegegnung DADA unter der Regie der künstlerischen Leiterin Eva Brenner und mit Beteiligung von Teimuraz Natroschwil, eines Flüchtlings aus dem Kloster Stein, sowie die digitale Kunst von GRAF+ZYX im Tank 203.3040.AT in Neulengbach.

Austausch zwischen den Künstlern, dem Publikum und der Kunst selbst

Ziel des Schielefestes ist immer auch ein Austausch zwischen den Künstlern, dem Publikum und der Kunst selbst.

Dabei wurden Schnittstellen und Kontraste zwischen dem Werk Egon Schieles sowie dem Dadaismus und den Krisen der Gegenwart aufgezeigt. Eine der Fragen, denen man sich näherte, lautete beispielsweise: Welche Strategien entwickeln zeitgenössische Künstler, um heutigen Herausforderungen zu begegnen?

Die multikulturelle Künstlergruppe rund um das Festival will damit unter anderem zu einer Belebung des Diskurses über Egon Schiele beitragen.