Nach Unfall auf A1: Autofahrer blockieren Helfer. Pkw-Lenker krachte auf der Autobahn gegen Betonleitelemente. Feuerwehren hatten Probleme bei der Zufahrt. Schaulustige filmten und fotografierten.

Von Beate Riedl. Erstellt am 19. Juni 2018 (05:10)
NOEN, Beifahrer.
Die Feuerwehren Kirchstetten und Neulengbach bargen den Unfallwagen. Die Rettung versorgte Fahrer und

A1 Mit undisziplinierten Autofahrern hatten die Einsatzkräfte am Samstag gegen Mittag auf der Autobahn zwischen St. Christophen und Böheimkirchen zu kämpfen: Nachdem eine Lenkerin nach einem Reifenplatzer mit ihrem Cabrio mehrfach gegen die Mittelbetonleitwand krachte, kam sie auf dem dritten Fahrstreifen zum Stehen.

„Ein Lenker wollte sogar unser Einsatzfahrzeug links überholen und in die Rettungsgasse hineinschneiden“

Die Rettungsgasse wurde von nachkommenden Lenkern zwar gebildet, doch die Durchfahrt gestaltete sich für die Feuerwehren schwierig, da sich mehrere Autofahrer nicht an die Regeln hielten und die Zufahrt der Einsatzkräfte behinderten. „Ein Lenker wollte sogar unser Einsatzfahrzeug links überholen und in die Rettungsgasse hineinschneiden“, berichtet Andreas Mündl von der Feuerwehr Kirchstetten kopfschüttelnd.

Immer wieder gibt es derartige Probleme bei Unfällen auf der Autobahn. „Man kann nicht davon ausgehen, dass das Unwissenheit ist. Man müsste die undisziplinierten Lenker anzeigen, aber in der Stresssituation haben die Einsatzkräfte keine Zeit, sich eine Autonummer aufzuschreiben oder ein Foto zu machen“, berichtet Mündl weiter.

Das Eintreffen der Rettungskräfte wurde jedenfalls bei dem Crash durch das Fehlverhalten von Autolenkern verzögert. Immer wieder sah man Schaulustige filmen und fotografieren.

Feuerwehrmann hörte den Kracher

Andreas Mündl wohnt in Autobahnnähe, hat am Samstag den Kracher vom Unfall gehört und sich gleich auf den Weg ins Feuerwehrhaus gemacht. Was ihn wundert: „Es hat relativ lang gedauert, bis ein Notruf hereingekommen ist. Viele Autofahrer sind offensichtlich an dem Unfall vorbeigefahren, ohne einen Notruf abzusetzen, geschweige denn Erste Hilfe zu leisten.“

Als die Feuerwehren Kirchstetten und Neulengbach am Unfallort eintrafen, wurden die beiden Insassen bereits von der Rettung versorgt und schließlich ins Krankenhaus gebracht. Die Feuerwehren bargen den Wagen und stellten ihn gesichert ab. Ein kilometerlanger Stau war die Folge des Unfalls.