Petra Tauber: „Das bin ich dem Peter schuldig“. Petra Tauber tritt die Nachfolge von Stadtparteichef Peter Matzel an. Nur jammern sei zuwenig, betont sie.

Von Renate Hinterndorfer. Erstellt am 27. Juni 2018 (15:27)
Petra Tauber beim sommerlichen Gespräch mit der NÖN. Sie will den bisherigen Weg der FP fortsetzen.
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„Soviele Leute sind unzufrieden, aber niemand tut etwas. Man muss mitgestalten, sonst braucht man sich nicht beschweren“, das ist die Überzeugung von Petra Tauber. Seit dem Jahr 1995 ist sie Mitglied bei der FPÖ. Im Jahr 2015 kam sie beim Punschstand mit den Neulengbacher Freiheitlichen ins Gespräch. Und jetzt ist sie deren Obfrau.

Nachdem Parteiobmann Peter Matzel Anfang des Jahres völlig überraschend mit 49 Jahren verstorben ist, wurde Tauber jetzt zu seiner Nachfolgerin gewählt. Sie hat nicht lange überlegt, ob sie das Amt übernimmt: „Ich habe das Gefühl gehabt, das bin ich dem Peter schuldig“, erzählt die 43-Jährige, die als Hausverwalterin in Wien arbeitet. Matzel sei für sie eine Art Mentor gewesen, mit dem sie bei vielen Veranstaltungen und Seminaren unterwegs war. „Er war so ein kommunikativer und umgänglicher Mensch, der vielen Menschen fehlt. Er hat vollen Einsatz geleistet und viel Energie in die Politik investiert“, sagt Petra Tauber.

„Es wundert mich, dass sich nicht mehr Frauen aufraffen und in der Politik aktiv werden.“ Petra Tauber

Die Neo-Parteichefin ortet einen Werteverlust in der Gesellschaft. Der Schutz der Bevölkerung und das Bewahren der guten Dinge von früher seien ihr ein Anliegen. „Ich war froh, als das Asylheim in Neulengbach weggekommen ist.“ Man müsse aufeinander schauen und die Familie hochhalten. Es sei wichtig, dass man sich einer Gemeinde zugehörig fühle. Auf die Frage, ob da Ausländer keinen Platz haben, antwortet die FP-Obfrau: „Das ist relativ, aber wenn es Überbegriffe oder eine Bedrohung gibt, dann wird es kritisch.“

Petra Tauber ist vor drei Jahren von Purkersdorf nach Neulengbach gezogen und schätzt ihre neue Heimat sehr: „Es ist irrsinnig schön da. Das Tolle an Neulengbach ist, dass man fast alles vor der Haustür bekommt.“

Was wünscht sich die Mutter eines 17-Jährigen für die Stadt? „Der Stadtkern soll erhalten bleiben. Die Nahversorgung und alles, was den Stadtkern belebt, soll man fördern.“ Der Wohnbau solle sachte vor sich gehen: „Es wäre toll, wenn Neulengbach es schaffen würde, harmonisch zu wachsen.“ Begrüßen würde Petra Tauber einen Jugendtreffpunkt und ein Fitnesscenter im Ort. So wie Peter Matzel hält sie auch eine Gymnasium-Unterstufe für sinnvoll. Mit der ärztlichen Versorgung ist sie zufrieden, puncto Pflege werde man sich etwas überlegen müssen.

Ein Anliegen äußert Petra Tauber noch – im sommerlichen NÖN-Gespräch: „Der Weihnachtsmarkt ist sehr traurig, der sollte aufgepeppt werden. Den Markt könnte man hinaufziehen bis zur Burg. Das würde Bekanntheit in der ganzen Region bringen.“