Schauberger-Areal: Bagger fahren bald auf. Projekt wurde nicht bewilligungsgemäß durchgeführt – das hat derVerwaltungsgerichtshof festgestellt. Gemeinde muss jetzt Maßnahmen umsetzen.

Von Renate Hinterndorfer. Erstellt am 03. März 2021 (04:34)
Bauliche Maßnahmen sind im Schauberger-Areal notwendig.
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Im Bereich des Flussprojektes „Schauberger“ müssen aufgrund eines gewässerpolizeilichen Auftrages bauliche Maßnahmen getroffen werden. „Uns ist wichtig, dass die Bevölkerung darüber zeitgerecht informiert wird. Teile der Bevölkerung sehen es ja nicht gern, wenn Bagger im Auwald unterwegs sind“, hält Vizebürgermeister Paul Mühlbauer von den Grünen fest.

Aufgrund der Dynamik des neuen Gerinnes kam es zu Uferanrissen. Jetzt ist ein Abstand der Böschungsoberkanten des neuen Gerinnes mit einer maximalen Breite von 12 Meter herzustellen. „Dieser Verpflichtung hat die Stadtgemeinde nachzukommen“, so Mühlbauer.

Zur Vorgeschichte: Der Startschuss für die Bauarbeiten des Hochwasserschutzprojektes am Laabenbach nach den Grundsätzen Viktor Schaubergers fiel bereits im Jahr 2013. 2016 gab es einen Bescheid der BH St. Pölten, dass die Ausführung des Projektes im Wesentlichen der Bewilligung entspreche. Der Grundeigentümer hat Beschwerde erhoben, weil die ausgeführte Anlage nicht mit der wasserrechtlich bewilligten Anlage übereinstimme. Landesverwaltungsgericht und Verfassungsgerichtshof waren mit dem Fall beschäftigt. Der Grundeigentümer bekam Recht.

„Wir haben versucht, gemeinsam mit dem Grundeigentümer eine Lösung zu finden“

„Der Verwaltungsgerichtshof hat in seinem Erkenntnis festgestellt, dass das Projekt im Schaubergerareal in der Au des Laabenbaches nicht bewilligungsgemäß ausgeführt wurde“, sagt Paul Mühlbauer. Und weiter: „Wir haben versucht, gemeinsam mit dem Grundeigentümer eine Lösung zu finden.“ Die Maßnahmen sollen jetzt in Absprache mit dem Grundeigentümer, dem Fischereiausübungsberechtigten und der Abteilung Wasserbau des Amtes der NÖ Landesregierung noch im Frühjahr 2021 umgesetzt werden. Dabei sollen die Uferböschungen mittels naturnaher Flussbaumaßnahmen geschützt werden. „Weiden, die anwachsen, sollen den Bereich stabilisieren“, so Mühlbauer.

Der Baubeginn ist für Mitte März geplant. Die Arbeiten werden einige Wochen in Anspruch nehmen.