Stalker bescherte schlaflose Nächte. Nachdem 23-Jähriger von Freundin Laufpass erhalten hatte, bombardierte er deren Schwester mit Anrufen. Jetzt setzte es Strafe.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 27. März 2018 (04:55)
NOEN, Shutter-stock/Gajus

Von seiner Verflossenen fühlte sich ein Neulengbacher ausgenützt. „Ich habe ihr 2.000 Euro gegeben und teure Sachen gekauft, und dann war sie plötzlich weg“, erzählt er vor dem Richter. Sein Geld wollte er dann von der Schwester der Ex zurückhaben, bombardierte diese des nächtens mit SMS und Anrufen. Versuchte Erpressung und beharrliche Verfolgung werden dem 23-Jährigen nun vorgeworfen im Prozess am Landesgericht St. Pölten.

Über 60 Anrufe erhielt die Frau vom Angeklagten binnen kurzer Zeit. „Er wollte von mir das Geld, hat gesagt, dass ich Komplizin meiner Schwester wäre und dass er mir jemanden schickt, der mich schlagen wird. Ich habe Angst gehabt, ich kenne ihn ja nicht“, sagt das Opfer.

60 Anrufe binnen kurzer Zeit

Von massiver Einschränkung der Lebensführung spricht der Opferanwalt: „Das war schon ein bisschen gruselig. Das Nervenkostüm meiner Mandantin war nicht mehr das beste. Sie konnte ihrem Beruf nicht mehr nachgehen.“

Der Angeklagte bereut. „Ich geb’ zu, dass das unschön war, aber ich hab’ das vor lauter Wut gemacht und ich war alkoholisiert“, erklärt er. Jetzt will er positiv in die Zukunft blicken und Vergangenes vergessen.

Wegen versuchter Erpressung wird der 23-Jährige nicht schuldig gesprochen. „Weil kein unrechtmäßiger Bereicherungsvorsatz vorliegt“, sagt der Richter. Er verhängt über den Neulengbacher wegen versuchter Nötigung und beharrlicher Verfolgung 3.240 Euro Geldstrafe. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.