Standort-Frage: Hoffen auf mehr Impfstraßen. Es wird bezweifelt, dass das VAZ St. Pölten als einziges Impf-Zentrum im Bezirk St. Pölten ausreicht.

Von Kristina Veraszto und Renate Hinterndorfer. Erstellt am 07. April 2021 (04:20)
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Die Stadtgemeinde Neulengbach hatte  Interesse bekundet, im ehemaligen Logistikzentrum der Rehau eine Corona-Impfstraße für die Bevölkerung einzurichten.

Auf der Website der Stadt wurde bereits medizinisches Personal dafür gesucht. Dieser Artikel wurde mittlerweile entfernt. Denn es gibt folgende Regelung: Spätestens bis Ende Mai sollen in ganz Niederösterreich 20 Impfzentren in Vollbetrieb gehen. Für den Bezirk St. Pölten ist derzeit ein Impfzentrum im VAZ St. Pölten geplant. In der Gablitzer Glashalle und im Turnsaal der Pressbaumer Volksschule, wo bisher Impfstraßen eingerichtet waren, wird der Betrieb eingestellt.

„Die Impfzentren garantieren, dass sieben Tage die Woche geimpft werden kann.“ Auskunft von Notruf NÖ

Laut Notruf Niederösterreich ist die Einrichtung von Impfzentren vor allem aus zwei Gründen wichtig: Zwischen der Erst- und Zweitdosis liegen nicht mehr drei, sondern sechs Wochen. Dazu rechne man mit großen, aber unterschiedlichen Impfstoff-Liefermengen. Diese auf über 500 Impfstellen aufzuteilen sei „logistisch nicht mehr machbar“, heißt es auf NÖN-Anfrage. Die Impfzentren würden garantieren, dass „sieben Tage die Woche“ geimpft werden könne. Außerdem habe man laut Notruf NÖ die Möglichkeit abweichende Impfstoff-Lieferungen besser zu kompensieren. Das VAZ als Zentrum sei für den gesamten Bezirk groß genug. Deshalb werde es auch in Neulengbach keine Impfstraße geben.

Im Bezirk wird befürchtet, dass ein Impfzentrum für Stadt und Bezirk nicht ausreicht. „Ein Standort wird zu wenig sein. Wir haben fast 200.000 Einwohner in Stadt und Bezirk. Jugendliche und Geimpfte fallen zwar weg, aber es bleiben trotzdem sehr viele Menschen übrig“, sagt Bezirkshauptmann Josef Kronister auf Anfrage der NÖN. Das Thema wurde in der Bürgermeister-Konferenz besprochen: „Von den Gemeinden werden weitere Standorte als notwendig gesehen“, fasst Kronister zusammen. Für den Bezirkshauptmann wäre Neulengbach von der Lage her ein ganz guter Standort. „Da kann man den ganzen Wienerwald-Raum bis Wien abdecken.“

„Nicht alle können nach St. Pölten fahren“

Die Bürgermeister Michael Cech aus Gablitz und Josef Schmidl-Haberleitner aus Pressbaum würden ihre Impfstraßen gern erhalten. „Nicht alle Bürger könnten nach St. Pölten fahren“, sagt Michael Cech. Und Josef Schmidl-Haberleitner glaubt nicht, dass das VAZ genug Platz hat, um alle Bürger impfen zu lassen. Besonders wenn diese nach der Impfung noch medizinisch beaufsichtigt werden sollten.