Traumberuf im Theater gefunden. Sophia Fischer ging schon als Kind gern mit ihren Eltern ins Theater. Jetzt arbeitet sie als Regieassistentin in Wien.

Von Renate Hinterndorfer. Erstellt am 01. Februar 2018 (05:34)
NOEN, Hinterndorfer
Sophia Fischer beim NÖN-Gespräch über ihren Traumberuf im Theater.

Sophia Fischer liebt Theaterluft. „Seit ich mich erinnern kann, gehe ich ins Theater“, erzählt sie. Aus der Leidenschaft wurde ein Beruf: Jetzt geht die junge Neulengbacherin fast jeden Tag ins Theater, denn seit September ist sie als Regieassistentin am Wiener Volkstheater angestellt. „Ich wüsste nicht, was ich lieber machen würde, das ist momentan mein Traumberuf“, schwärmt die 21-Jährige.

Zunächst begann sie Theater-, Film- und Medienwisschenschaft zu studieren. Durch einen Zufall kam sie ans Theater: In der Galerie am Lieglweg, die ihre Mutter Ursula Fischer betreibt, stellte eine Künstlerin aus, die auch Bühnenbildassistentin ist. Von ihr erfuhr Sophia Fischer, dass im Volkstheater Hospitanten gesucht werden. Fischer hat sich erfolgreich beworben und dann fast ein Jahr – ohne Bezahlung – am Theater hospitiert. Mittlerweile ist sie als Regieassistentin tätig und hat das Studieren aufgegeben: „Das Studium hat wenig mit dem Leben am Theater zu tun. Am Theater lernt man das Handwerk direkt, das ist besser. Man kann sich viel von den Regisseuren abschauen.“

„Die Leidenschaft, mit der Schauspieler arbeiten, fasziniert mich.“ Sophia Fischer

Sophia Fischer wollte immer schon mit Künstlern arbeiten und ist fasziniert von der Leidenschaft, mit der Darsteller arbeiten. Selbst wollte sie aber nie Schauspielerin werden: „Mich hat immer interessiert, was notwendig ist, um ein Stück auf die Bühne zu bringen. Viele Räder greifen ineinander. Auch Requisite, Ton, Licht sind sehr wichtig, alles muss eingespielt sein.“

Der erste Probentag sei immer sehr speziell, wenn Regie, Schauspieler, Bühnen- und Kostümbildner zur großen Leseprobe zusammen kommen. Acht Wochen wird im Normalfall geprobt, sechs Tage die Woche: „Kein Tag ist wie der andere, das liebe ich.“ Besonders aufregend ist dann natürlich immer die Premiere: „Da ist man schon sehr nervös.“

" Das Ganze hat einen Wanderzirkus-Charakter, das ist lustig. Jeder Abend ist anders“

Sophia Fischer ist beim Volkstheater in den Bezirken tätig. An verschiedenen Spielstätten in Wien gibt es Aufführungen. „Ich mache das sehr gern, man kommt in Gegenden, in die man sonst nicht kommt. Das Ganze hat einen Wanderzirkus-Charakter, das ist lustig. Jeder Abend ist anders.“ Im Gegensatz zum Regisseur, der meistens nur bei der Premiere dabei ist, ist ein Regieassistent bei allen Aufführungen vor Ort und hat die Abendspielleitung. Bis zu fünf Spielabende pro Woche hat Sophia Fischer zu begleiten.

Wenn parallel dazu Proben für das nächste Stück laufen, wird es schon anstrengend. Aber die junge Neulengbacherin ist mit Leidenschaft dabei: „Die Probenphasen sind am spannendsten. Das hat eine eigene Dynamik. Man sieht wie unterschiedlich die Regisseure arbeiten. Und man kommt den Schauspielern näher.“ Stefanie Reinsperger ist durch die Arbeit für „Medea“ zu einer Freundin geworden.