Magda Woitzuck mit Radio-Hörspiel für Preis nominiert

Neulengbacher Autorin ist bei Ö1 für Hörspiel-Publikumspreis aufgestellt.

Erstellt am 13. Januar 2022 | 05:21
Lesezeit: 2 Min
440_0008_8264708_wwa02nb_magdawoitzuck.jpg
Magda Woitzuck hofft auf viele Stimmen beim Ö1-Hörspiel-Publikumspreis.
Foto: Privat

„Ö1 ist ein toller Radiosender“, schwärmt die Neulengbacher Autorin Magda Woitzuck. „Und ich arbeite immer wieder sehr gern für ihn.“ Das hat sie auch im vergangenen Jahr gemacht. Entstanden ist das Hörspiel „Xerxes und die Stimmen aus der Finsternis“.

„Man kann es nach wie vor im Internet hören und – wenn es gefallen hat – auch ein Kreuzerl dafür machen. Ich sage Dankeschön.“

Das Stück, das in Co-Produktion mit dem Hessischen Rundfunk produziert wurde, hat es beim Deutschen Hörspielpreis der ARD auf die Shortlist geschafft und steht jetzt zur Wahl zum Hörspiel des Jahres in Österreich. Bei Ö1 sind automatisch alle Hörspiele, die im Laufe des Jahres ausgestrahlt werden, beim Hörspiel-Publikumspreis nominiert.

Magda Woitzuck ist eine der erfolgreichsten Hörspielautorinnen und freut sich über eine gute Auftragslage. Vergangene Woche ist im Spectrum von „Die Presse“ die Kurzprosa „Ein Fisch im Himmel“ erschienen. Im Moment genießt die Neulengbacherin einige ruhige Tage zuhause, bevor sie sich wieder an den Laptop setzt. Dieses Jahr wird sie unter anderem wieder einen Hörspiel-Krimi schreiben.

„Xerxes und die Stimmen aus der Finsternis“ ist eine Abrechnung mit dem abendländischen Patriarchat. „Man kann es nach wie vor im Internet hören, wer also wissen will, was der fesche Xerxes mit dem Komponisten Händel zu tun hat und warum man dafür kastrierte Buben braucht, der kann gerne reinhören und – wenn es gefallen hat – auch sein Kreuzerl machen. Ich sage Dankeschön“, hofft Magda Woituck auf zahlreiche Stimmen.

Taten und Untaten zeichnen Xerxes aus

Zum Inhalt des Hörspiels: Es ist das Jahr 519 vor Christi Geburt, da erblickt ein Bub das Licht der Welt, dessen Namen man noch Jahrtausende später kennen wird: Xerxes. Eine Menge Dinge zeichnen ihn aus: seine Taten, seine Untaten und dass man die Namen vieler Frauen aus seinem Umfeld kennt - das ist in der Historie keine Selbstverständlichkeit.

Eine junge Archäologin gräbt aus und erzählt dabei, wirft von Xerxes‘ Leben und seinen Lieben einen Stein übers Wasser, lässt ihn durch die Zeit springen: von Jesus‘ Kreuzigung bis zum apokalyptischen Pestausbruch von 1347, von der Entdeckung Amerikas bis zur Verbannung der Frau aus Kirchenchören, denn diese Verbannung ist es, der die Hoden abertausender Knaben zum Opfer fallen. Fortan dürfen die Stimmen der Soprankastraten in keiner Oper mehr fehlen, so auch nicht in jener mit dem Titel „Xerxes“ von Georg Friedrich Händel, dessen Arie „Ombra mai fu“ an der Schwelle zum 20. Jahrhundert Radiogeschichte geschrieben hat.

Magda Woitzuck hat ein großes Interesse an Geschichte: „Da finden sich so viele kuriose und skurrile Begebenheiten. Allein dieser Gedanke - den Frauen das Singen zu verbieten und sie durch kastrierte Männer zu ersetzen. Soprankastraten sind ein großartiges Beispiel dafür, warum Feminismus für alle Menschen wichtig ist: Wenn Frauen singen dürfen, muss man keine Buben entmannen.“