Große Pläne für Restaurant Hubauer in Maria Anzbach. Der neue Eigentümer hat viel vor. Er ist zuversichtlich, dass er nach dem Umbau für das Lokal im Ortszentrum einen Pächter findet.

Von Eduard Riedl. Erstellt am 18. November 2020 (04:32)
Michael Anderer verrät im NÖN-Gespräch, was er für das alt eingesessene Maria Anzbacher Wirtshaus vorhat.
privat

„Sperrstund‘ is – dieser Spruch fällt in den letzten Jahren immer öfter, wenn es um die Gasthäuser in unseren Breitengraden geht. Das „Wirtshaussterben“ ist ein aktuelles Thema in vielen Gemeinden.

In Maria Anzbach gibt es hingegen gute Nachrichten aus dem Gastro-Bereich: Das Café-Restaurant Hubauer startet unter neuem Eigentümer voll durch. Der Maria Anzbacher Unternehmer Michael Anderer hat das Lokal von Erwin Hubauer erstanden und möchte nach großflächigen Erneuerungs- und Renovierungsarbeiten das Restaurant wiederbeleben.

„Wir wünschen dem Projekt aus ganzem Herzen viel Erfolg.“ Bürgermeisterin Karin Winter

„Wir sind seit fast fünf Jahren in Maria Anzbach zuhause und fühlen uns von Gemeinde und Bevölkerung so gut aufgenommen, als wären wir schon ewig hier“, freut sich Michael Anderer im NÖN-Gespräch über die ausgezeichnete Gemeinschaft im Ort. „Wir wollen mit dem Erwerb unseren Beitrag zu dieser besonderen Gemeinde leisten und den Versuch unternehmen, das österreichweite Aussterben der Wirtshauskultur zu vermeiden. Dazu wollen wir unbedingt das Gasthaus erhalten und gleichzeitig mehr Fläche für lokale Betriebe anbieten, wo Menschen zusammenkommen können.“

Die Umbaumaßnahmen umfassen eine komplette Revitalisierung, von der Fassade bis zur Haustechnik. Eine Photovoltaik sowie der Umstieg von Heizöl auf Luftwärme stehen ebenso im Fokus wie die Erneuerung von Fenstern und Türen, um die Gastronomie umweltbewusst weiterbetreiben zu können.

„Unser Fokus liegt eigentlich nun mehr darauf, einen geeigneten Pächter für das Lokal zu finden“, berichtet der neue Eigentümer, der trotz der schwierigen Rahmenbedingungen durch Covid-19 zuversichtlich ist, bald einen geeigneten künftigen Betreiber zu finden.

Verschiedenste Optionen

Der neue Pächter hat zusätzlich zum Gastrobetrieb im Erdgeschoß die Option, Gästezimmer im Obergeschoß dazu zu pachten. Sollte kein Interesse daran bestehen, wird das Obergeschoß als Büro, als Ordination, oder zur anderen gewerblichen Nutzung adaptiert werden, hat die NÖN auf Nachfrage erfahren.

Im Kellergeschoß dürfen sich die künftigen Besucher auch auf viel neue Flächen freuen. Durch den Einbau einer großen Glasfront, die für ausreichend Tageslicht sorgt, einen kleinen Vorgarten und einer offenen Raumaufteilung ergeben sich vom Bar-Lokal bis zur Geschäftsfläche viele Möglichkeiten: „Natürlich nur, sofern sich ein dortiges Betriebskonzept mit unserem Gastro-Pächter ergänzt“, stellt Michael Anderer klar.

Für die Planungen des Umbaus wurde das renommierte Architekturbüro Reginald Chociwski beauftragt, dessen charmante und innovative Architektur eine besondere Aufwertung des jetzigen Bestandes zur Folge haben werde, ist der neue Besitzer der Liegenschaft überzeugt.

Ebenso freut sich Michael Anderer über die direkte Nachbarschaft zur Gemeinde. „Wir sind sehr froh über die Unterstützung der Gemeinde, allen voran von Bürgermeisterin Karin Winter, die uns immer zur Seite steht und sich auch persönlich dafür einsetzt, dass dieses Projekt ein voller Erfolg wird.“

Bürgermeister Karin Winter erklärt ist natürlich erfreut, dass das alteingesessene Lokal eine Zukunft hat: „Familie Anderer hat erkannt, dass sich mit dem ehemaligen Restaurant Hubauer eine Chance auftut, die einen tollen Betrieb wieder aktiviert, der uns allen zu gute kommen kann. Deshalb investiert sie hier und wir alle wünschen dem Projekt aus ganzem Herzen viel Erfolg.“

„Und ich freue mich, nur einen Gartenzaun entfernt mitzuerleben, wie etwas Neues entsteht“

Der frühere Lokalbesitzer Erwin Hubauer, der wie berichtet in Pension gegangen ist, erklärte gegenüber der NÖN: „Es war immer mein Wunsch, dass das Restaurant auch als solches weitergeführt wird und als erweitertes Ortszentrum, in dem Familien und Freunde, Vereine zusammenkommen, fungiert.“ Familie Anderer habe vom ersten Treffen an vermittelt, dass sie die absolut Richtigen sind und ein Gefühl dafür haben, wie wichtig ein Treffpunkt für denren Ort ist. „Und ich freue mich, nur einen Gartenzaun entfernt mitzuerleben, wie etwas Neues entsteht“, sagt der pensionierte Wirt, der auf dem Nachbargrundstück selbst gerade ein Haus baut.

Die Maria Anzbacher dürfen sich jedenfalls darüber freuen, dass es schon bald wieder los geht. Zwar ist man gastronomisch mit dem „Griechen“ im goldenen Löwen, der Wienerwaldstube und der „Mühle“ im Ortszentrum schon gut aufgestellt, aber es würde trotzdem etwas fehlen, wenn es Ortszentrum kein Lokal wie einst das von Erwin Hubauer geben würde.

Der neue Eigentümer ist sehr dankbar, dass ihm Erwin Hubauer sein „Baby“ nach fast 40 Jahren überantwortet hat: „Ich möchte mich ganz besonders bei Erwin Hubauer bedanken, der uns darüber hinaus immer mit Rat und Tat zur Seite steht. So ein Glück muss man als Bauherr einmal haben“, sagt Michael Anderer zum Abschluss des Interviews.