Wohnbau-Stopp: Hang wird beobachtet. Im Kohlhof in Neustift-Innermanzing rutschte nach Starkregen Böschung in die Baugrube. Diese wurde zugeschüttet. Hang-Untersuchungen laufen.

Von Kristina Veraszto. Erstellt am 25. Oktober 2020 (03:49)
Nach dem Starkregen ist ein Teil der Böschung in die Baugrube abgerutscht. Da der Hang nun beobachtet wird, ist die Baugrube mittlerweile zugeschüttet.
zVg

Der vergangene Starkregen hat die Baustelle im Kohlhof still gelegt. 20 Wohneinheiten werden dort von der Wohn- und Siedlungsgesellschaft „Schönere Zukunft“ gebaut. Bis auf Weiteres sind die Arbeiten aber eingestellt. „Da nach sehr starken Regenfällen ein Teil der Böschung in die Baugrube abgerutscht ist, wurden die Bauarbeiten vorläufig gestoppt“, erklärt SZ-Geschäftsführer Raimund Haidl.

Ein Bodengutachter wurde beigezogen und jetzt folgen weitere Untersuchungen. Die sogenannten Inklinometermessungen werden speziell bei problematischen Hängen eingesetzt, die über einen Beobachtungszeitraum von drei Monaten laufen, so der Geschäftsführer und ergänzt: „Deshalb wurde auch die Baugrube wieder zugeschüttet. Erst nachdem wir sicher sind, dass unser Bauwerk keine Auswirkung auf die Umgebung hat, wird dieses umgesetzt.“

SPÖ-Gemeinderat Stefan Eisner übt trotzdem Kritik – und zwar an der Gemeinde: Die Rutschgefahr des dortigen Hanges sei bekannt gewesen. Zwei Gutachten hätte es gegeben. „Damals sprach ein erstes Gutachten von einer Rutschgefahr, ein zweites Gutachten vom ÖVP-dominierten Gemeinderat sah auf einmal keine Rutschgefahr“, so Eisner. Die Anrainer seien besorgt. ÖVP-Bürgermeisterin Irmgard Schibich teilte auf NÖN-Anfrage mit, dass es am Gemeindeamt vom Baubeginn an bis dato keine Beschwerden aus der Bevölkerung oder von den Anrainern gegeben hat. Der gesamte Prozess von der möglichen Umwidmung des Ortsteils Kohlhof bis zum Ist-Stand sei in den vergangenen 18 Jahren mehrmals durch das Land sowie durch die Gemeindeaufsicht und auch durch den Prüfungsausschuss mit SP-Vorsitz geprüft worden, so Schibich.