Uneinigkeit wegen Advent in Neulengbach

Angebot wird auf ein Wochenende beschränkt. Kritik kommt von der JG, die ÖVP-Stadträtin zeigt sich verwundert.

Renate Hinterndorfer
Renate Hinterndorfer Erstellt am 06. Oktober 2021 | 04:31
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Nicht am Schiele-Platz, sondern am Kirchenplatz soll es heuer stimmungsvoll werden.
Foto: Archiv

In der ganzen Vorweihnachtszeit gibt es üblicherweise Veranstaltungen im Rahmen des „stimmungsvollen Advent“, heuer ist das wegen Corona anders: Nur am ersten Dezember-Wochenende soll es im Lengenbacher Saal, im Stadtkeller und im Rathaussaal ein Programm geben. Geplante Öffnungszeit: Freitag, Samstag, von 16 bis 20 Uhr, Sonntag 10 bis 18 Uhr. Kunsthandwerk, Kinderkonzert, Chorkonzerte und Kutschenfahrten wird es geben. Die Adventhütten werden auf dem Kirchenplatz und nicht wie gewohnt auf dem Schiele-Platz stehen. Sie sollen auch nur an diesem Wochenende offen sein.

So schaut der erste Entwurf der Stadtgemeinde aus. Und so schaut die erste Reaktion der JG aus: „Mit uns wird es keine Eintagsfliegen geben.“

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Die Junge Generation, die in den vergangenen Jahren immer eine Adventhütte betrieben hat, plädiert dafür, die Hütten so wie früher an drei oder vier Wochenenden zu öffnen. Sonst zahle sich der Aufwand nicht aus. SP-Fraktionsvorsitzende Julia Amplatz erklärt gegenüber der NÖN: „Das Aufstellen der Hütte, das Einkaufen, das ist alles viel Arbeit. Und dann schaut nix dabei heraus.“ Wenn an diesem einen Wochenende das Wetter schlecht ist, bleibe man möglicherweise auf den Waren sitzen. Ist viel los, gehe vielleicht der Punsch aus, befürchtet man bei der JG. Dass mehr Stände zugelassen werden, findet die JG auch nicht gut: Alles in allem werde die Planung schwieriger, der Umsatz werde weniger. Auch die Verlegung der Hütten auf den Kirchenplatz wird kritisch gesehen, erstens wegen der Stromversorgung, zweitens wegen der Möglichkeiten zum Geschirrabwaschen.

ÖVP-Stadträtin Maria Rigler respektiert die Entscheidung der JG, verstehen kann sie sie nicht, denn: „Wir haben intensiv diskutiert über die Möglichkeiten für die Adventstände bei der Besprechung am 7. September, zu der alle Vereine, die im Advent am Egon-Schiele-Platz einen Stand betreuen eingeladen waren.“ Die JG war bei dem Termin nicht vertreten, es hätten aber auch nachher alle die Möglichkeit gehabt, sich konstruktiv einzubringen.

Ein Adventmarkt an drei Tagen sei einfacher abzuwickeln, man müsse ja mit Zugangskontrollen rechnen, und diese seien am Kirchenplatz gut zu handhaben, argumentiert Rigler. Abstände zwischen den Marktständen könnten besser eingehalten und die Zahl der Besucher könne gut gesteuert werden.

Einfachere Abwicklung

Maria Rigler geht davon aus, dass in Summe mehr Besucher kommen und sich die Vereine keine Sorge um ihre Einnahmen machen müssten. Während in anderen Orten Weihnachtsmärkte schon abgesagt wurden, versuche man, in Neulengbach Wege zu finden, einen Adventmarkt und auch andere Veranstaltungen zuzulassen. Maria Rigler lädt die JG ein, ihre Position zu überdenken: „Ich wünsche mir etwas mehr Flexibilität und finde es persönlich schade, wenn sie sich aus dieser bisherigen gemeinsamen Aktion ausgrenzt.“