Schotterwege ärgern Reiter in der Region Wienerwald

Reitwege im Wienerwald wurden mit groben Schotter aufgeschüttet. Sportlerin sammelt Unterschriften für sicheren Untergrund, Bundesforste arbeiten bereits an Lösung.

Kristina Veraszto
Kristina Veraszto Erstellt am 04. August 2021 | 03:16
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Dass Reitwege mit grobem Schotter stabilisiert wurden, ärgert viele Reiter. Claudia Aschour wandte sich mit einem offnen Brief an die Bundesforste.
Foto: Aschour

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Claudia Aschour und ihr Pferd „Oskar“ wünschen sich im Wienerwald sichere Reitwege.
Ackerl

Lose Steine bis hin zu Brocken, so groß wie Handbälle: Reiterin Claudia Aschour ist mit den Böden mancher Reitwege in der Region alles andere als zufrieden. Seit dem Frühjahr werden im Forstbetrieb Wienerwald die Waldwege, die die Mitglieder der Reitregion Wienerwald nützen, mit grobem Steinmaterial zugeschüttet, erzählt sie im NÖN-Gespräch. Deshalb wandte sie sich in einem offenen Brief an die Bundesforste, konkret an Gerald Oitzinger, Leiter des Forstbetriebs Wienerwald. Auf den betroffenen Reitwegen sei das Verletzungsrisiko für die Pferde groß. „Die Tiere tun sich auf diesem Untergrund sogar im Schritt Gehen schwer.“

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Ausweichen auf andere Wege sei kaum möglich. „Für die allermeisten Reitwege gibt es keine Alternative“, meint Aschour. Zwar sei bekannt, dass sich die Bundesforste in einer internen Arbeitsgruppe um eine Lösung bemühen, Aschour, die selbst im Ausreitgebiet Forsthof zwischen Neustift-Innermanzing und Klausen-Leopoldsdorf (Bezirk Baden) unterwegs ist, möchte dieses Ergebnis aber nicht abwarten: „Wir Reiter machen uns stark dafür, dass die Reitwege als pferdegerechte Wege wieder instandgesetzt und erweitert werden.“ Immerhin würden die Reiter – anders als Wanderer oder Mountainbiker – auch eine jährliche Benützungsgebühr von 140 Euro bezahlen.

Auch Jürgen Alt-Kraus aus Sulz im Wienerwald, Obmann der Reitregion Wienerwald, drängt auf eine schnellere Lösung. Aktuell verhandle man mit den Bundesforsten über einen neuen Vertrag für die Reitwege. „Über die wesentlichen Punkte waren wir uns schnell einig, dann kam aber das Problem mit dem Schotter auf den Wegen.“ Beschwerden über nicht bereitbare Böden bekam er von Mitgliedern, die in der Gegend von Klausen-Leopoldsdorf, Breitenfurt oder Wolfsgraben unterwegs sind. „Es ist aber nicht nur für die Reiter ein Problem, sondern auch für Wanderer und Lkw.“

Wege wurden wegen Starkregens befestigt

Forstbetrieb-Leiter Gerald Oitzinger erklärt auf NÖN-Anfrage, dass die Aufschüttung der Wege mit dem groben Schottermaterial nötig war, um nach den Starkregenereignissen die Straßen wieder zu stabilisieren. Bei den großen Brocken, die Aschour gefunden habe, handle es sich um Ausnahmen. „Der Schotter wird sich mit dem matschigen Untergrund wieder verbinden“, so Oitzinger. Dennoch will man das „technische Verfahren“ der Instandhaltung für alle Nutzer verbessern. Für eine Erweiterung der Reitwege ist Oitzinger offen, jedoch müsse auch auf die Interessen der Wanderer und Mountainbiker Rücksicht genommen werden – und das brauche Zeit: „Wenn sich die Reiter das wünschen, werden wir uns das ansehen und eine Lösung finden.“

Dass die Reitwege in Zukunft nicht mehr mit groben Schotter gefestigt werden sollen, freut Aschour sehr. Dennoch will sie nicht locker lassen und startet eine Unterschriften-Aktion: „Bis 27. August läuft die Aktion und es haben sich schon Ställe aus dem ganzen Wienerwald angeschlossen. Ich sammle auch bewusst analoge Unterschriften und nicht online: Ich finde, so wird unserem Begehren noch mehr Ausdruck verliehen.“