Neulengbacher ärgern sich über Zug-Verspätungen. Zug aus Neulengbach kommt in Wien oft nicht pünktlich an, weil er auf ausfahrende Westbahn wartet. ÖBB versprechen Verbesserung.

Von Renate Hinterndorfer. Erstellt am 14. Januar 2020 (05:15)
Wenn die Züge unpünktlich sind, ärgern sich Pendler.
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Ärger über die ÖBB gibt es bei so manchem Pendler: „Seit der Umstellung auf den neuen Fahrplan im Dezember fahren die Züge jeden Tag verspätet“, sagt der Maria Anzbacher Josef Ertl.

Er steigt in Neulengbach-Stadt um 05:28 Uhr in den Zug ein und sollte um 06:06 Uhr am Westbahnhof ankommen. „Jeden Tag ist die Ankunft um 5 bis 10 Minuten verspätet“, beschwert sich der Pendler. Er hat an die ÖBB geschrieben: „Offensichtlich sind Sie nicht in der Lage ein pünktliches Ankommen zu gewährleisten. Wir stehen jeden Tag vor der Einfahrt in den Westbahnhof einige Minuten, da die Westbahn erst rausfahren muss. Augenscheinlich gibt es da ein Koordinationsproblem.“

Die Fahrgäste im Zug seien sehr unzufrieden, hält Ertl fest. Er hat sich ausgerechnet, dass er bei täglichen Verspätungen von zehn Minuten pro Jahr mehr als einen Tag verliert. „Wenn ich das hochrechne auf eine größere Anzahl von Fahrgästen summiert sich das ordentlich“, hält der unzufriedene Bahnfahrer fest. Er fordert die ÖBB auf, das Problem sofort zu beheben. Immerhin entstehe ein immenser volkswirtschaftlicher Schaden durch die Unpünktlichkeit der ÖBB.

ÖBB: „Pünktlichkeit liegt bei 97,3 Prozent“

Die NÖN hat bei der Bahn nachgefragt und folgende Antwort bekommen: „Im Zeitraum vom 15. Dezember bis 7. Jänner lag die Streckenpünktlichkeit des Abschnittes Wien Westbahnhof-St. Pölten bei 97,3 Prozent. Der angesprochene Zug hatte ebenfalls den sehr guten Pünktlichkeitswert von 97,3 Prozent. Lediglich in den ersten Tagen des neuen Fahrplans kam es aufgrund einer Baustelle im Bereich Hadersdorf/Hütteldorf beim REX 1603 zu drei Verspätungen von über fünf Minuten.“

Aber schon geringe Zuglaufverspätungen hätten Auswirkungen auf die Einfahrregelung im Bahnhof Wien West, erläutert ÖBB-Pressesprecher Christopher Seif: „Bereits bei einer Verspätung von einer Minute wird der REX 1603 bei der Einfahrt Wien West bis nach der Ausfahrt der Westbahn 950 mit Abfahrt 06:06 Uhr angehalten.“ Damit werde der pünktliche Zuglauf der Westbahn sichergestellt, der REX 1603 komme mit etwa drei Minuten Verspätung an.

„So ist es leider nicht gewesen“, sagt Josef Ertl zu der Antwort.

Seitens der ÖBB wird betont, dass der Bahnhof Wien West aufgrund der Beschwerde angewiesen wurde, die Situation zu überarbeiten: Der REX 1603 soll bei geringen Verspätungen auf einem anderen Bahnsteig einfahren. Das soll bereits in diesen Tagen getestet werden.