Neue Photovoltaik-Anlage im Grünen?. Auf landwirtschaftlichen Flächen in Raipoltenbach wollen EVN und andere Betreiber Strom produzieren.

Von Renate Hinterndorfer. Erstellt am 24. September 2020 (03:59)
An mehreren Standorten sind solche Anlagen geplant.
EVN/Rumpler

Eine riesige Photovoltaikanlage im Grünen soll in Raipoltenbach entstehen – dieses Gerücht macht derzeit in Neulengbach die Runde. Die Rede ist von einer Fläche von 20 Hektar, die für die Stromerzeugung verwendet werden soll. Auch für ein paar kleinere Photovoltaikprojekte soll es Überlegungen geben. Was ist da dran?

Die NÖN hat bei Bürgermeister Franz Wohlmuth nachgefragt. Der sagt: „Was da genau läuft, weiß ich nicht.“ Er weiß aber, dass es allgemein Interesse gibt, zu landwirtschaftlichen Flächen zu kommen, um Photovoltaikanlagen zu errichten: „Es gibt fünf bis sechs interessierte Firmen, die versuchen, in den Gemeinden Photovoltaik-Anlagen zu platzieren. Es wird versucht, Unterschriften von Grundeigentümern zu bekommen.“ Die Stadtgemeinde Neulengbach werde da aber nicht mitspielen, hält Wohlmuth fest. Der Bürgermeister, der selbst jahrelang eine Landwirtschaft betrieben hat, verweist auch auf das Land: „Das Land sagt, auf Agrarflächen soll möglichst wenig passieren.“

„In ein paar Jahren kann man sich mit dem Thema genauer beschäftigen.“ Bürgermeister Franz Wohlmuth

Zunächst müsse man ohnehin die Raumordnungsnovelle, die im Jänner in Kraft tritt, abwarten, hält der Neulengbacher Ortschef fest: „Das wird man sich in Ruhe anschauen, und dann kann man als Gemeinde sagen, wo man sich was vorstellen kann. Alles andere wäre nicht seriös.“

Was sagt die EVN zu den Plänen? Pressesprecher Stefan Zach bestätigt, dass mehrere Projekte von unterschiedlichen Errichtern im Gemeindegebiet von Neulengbach überlegt werden. Eines plane die EVN. Eine Grundvoraussetzung für den Bau einer Photovoltaikanlage ist die passende Flächenwidmung der Grünflächen. Diese müsste von der Gemeinde bewilligt werden. Außerdem muss der jeweilige Betreiber einen bestimmten Betrag der Netzkosten anzahlen.

Was dazukommt: Die Kapazität des Umspannwerks Neulengbach ist bald ausgeschöpft: „Wir haben in unmittelbarer Zukunft beschränkte Einspeisemöglichkeiten“, heißt es seitens der EVN. Grundsätzlich werde die EVN-Tochter Netz NÖ jede Photovoltaikanlage ans Netz anschließen: „Wenn mehr Photovoltaikanlagen angemeldet sind als einspeisen können, werden wir das Netz entsprechend ertüchtigen, aber das kann halt eine Zeit dauern“, sagt Zach. Zusätzliche Leitungen und vielleicht ein neues Umspannwerk werde man dann bauen. Jeder Betreiber werde ans Netz kommen, bei einem Teil könne es rasch gehen. „Grundvoraussetzung ist aber immer, dass die Gemeinde das möchte und die Flächenwidmung erteilt“, betont der EVN-Pressesprecher.

Für Bürgermeister Franz Wohlmuth steht fest: „In ein paar Jahren, wenn das Umspannwerk erneuert wird, kann man sich mit dem Thema genauer beschäftigen.“