Angesteckt: Kirchstettner Familie hat Coronavirus. Drei Kirchstettener und ein Patient von René Chahrour haben Covid-19. Auch der Gemeindearzt muss daheim bleiben.

Von Renate Hinterndorfer. Erstellt am 17. März 2020 (05:52)
Das Virus hat auch die Region Wienerwald erreicht. Die ersten Fälle werden aus Kirchstetten gemeldet.
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Ein junger Kirchstettener hat das Coronavirus. Das bestätigte Bürgermeister Josef Friedl am Sonntag auf Anfrage der Neulengbacher NÖN. „Ich wurde am Freitagabend von der Familie informiert.“

Die Angehörigen des Patienten kamen ebenfalls in Quarantäne und wurden getestet. Montagfrüh stand fest, dass es zwei weitere bestätigte Corona-Fälle gibt.

Unruhe gab es in der kleinen Gemeinde Kirchstetten vergangene Woche auch, weil bei der Mutter eines Kindergartenkindes der Verdacht bestand, sie hätte sich mit dem neuen Virus angesteckt. In dem Fall gibt es aber Entwarnung, der Test fiel negativ aus.

„Das ist nicht erfreulich.“Gemeindearzt Rene Chahrour über seine Quarantäne

14 Tage in Quarantäne ist derzeit der Kirchstettener Gemeindearzt René Chahrour, weil er Kontakt mit einem mittlerweile positiv auf Corona getesteten Patienten hatte. „Das ist sehr unerfreulich“, stellt Chahrour fest.

Mit Verdacht auf Infarkt beim Gemeindearzt

Ein älterer Herr, der nicht in Kirchstetten lebt, suchte am Dienstag den Kirchstettener Arzt auf, weil er dachte, er hätte einen Herzinfarkt. Er klagte über Brustschmerzen und Atemnot.

„Er war schwer gezeichnet“, schildert René Chahrour, der den Patienten notfallmäßig versorgte und dann ins Spital bringen ließ. Dort wurde der Patient auf Corona getestet. Das Ergebnis war positiv.

Daraufhin wurde behördlich angeordnet, dass der behandelnde Arzt und eine seiner Ordinationsassistentinnen 14 Tage daheim bleiben müssen. „Das Prozedere der Behandlung hat doch eine gewisse Zeit gedauert. Bei einem Kontakt von über 15 Minuten ist man potenziell ansteckungsgefährdet“, weiß René Chahrour, der jetzt in Quarantäne bleiben muss.

Dass Corona solche Auswirkungen in Österreich haben würde, hatte der Kirchstettener Gemeindearzt nicht erwartet: „Bis vorige Woche habe ich gedacht, dass das irgendwie vorbeigehen wird. Dass es uns so betrifft, kann man sich gar nicht ausmalen.“

Zum Nachdenken ist er am Anfang seines „Hausarrests“ gar nicht gekommen: „Es sind viele Dinge zu organisieren und viele Telefonate, auch mit Behörden, zu führen.“ Froh ist René Chahrour, dass der pensionierte Arzt Rudolf Burg für ihn einspringt: „Doktor Burg war sofort bereit, mich zu vertreten, damit die Versorgung der Patienten aufrecht bleibt.“

Die Ordination ist nach allen erforderlichen Desinfektionsmaßnahmen wieder geöffnet, auch die Ausgabe von Medikamenten bleibt aufrecht.

René Chahrour betonte in der Vorwoche im NÖN-Telefonat: „Wer zum Arzt gehen muss, sollte sich zuvor auf jeden Fall telefonisch in der Ordination zu melden und abklären, ob ein Besuch in der Ordination angeraten ist.“

Seit Sonntag ist es verpflichtend, sich vor einem Arztbesuch telefonisch zu melden.

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