Neulengbacher Community Nurses: „Tolle Chance für neues Berufsfeld“

Erstellt am 22. Juni 2022 | 05:43
Lesezeit: 4 Min
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Martina Weiß-Radschopf (l.) und Monika Sorko sind ab 1. Juli als Community Nurses in Neulengbach unterwegs.
Foto: Gemeinde Neulengbach
Die beiden Community Nurses Martina Weiß-Radschopf und Monika Sorko sind ab 1. Juli in Neulengbach im Einsatz. Im NÖN-Gespräch erzählen sie über ihre Arbeit und ihre Pläne.
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Eine gemeindenahe Gesundheitsförderung, Unterstützung, Beratung und Prävention soll durch das Projekt Community Nursing ermöglicht werden. Die „Gemeindeschwestern“, die ab 1. Juli auch in Neulengbach aktiv sein werden, sind Schnittstelle zwischen Bürgern, Gesundheitseinrichtungen, Gemeinde und Vereinen.

Martina Weiß-Radschopf und Monika Sorko stellten sich beim „GEHsundheitstag“ in Neulengbach der breiten Bevölkerung vor.

Duo mit langjähriger, beruflicher Erfahrung

Monika Sorko (41) – sie wird Vollzeit als Community Nurse tätig sein – kann bereits auf langjährige, berufliche Erfahrung verweisen. Die Maria Anzbacherin hat nach ihrer Ausbildung zur diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegerin und einigen Sonderausbildungen „krebskranke Patienten vom Säuglingsalter bis ins hohe Alter begleitet und betreut“.

Martina Weiß-Radschopf (32) – sie wird 18,5 Stunden in Neulengbach im Dienst sein – hat nach ihrer Ausbildung als diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin schon viele Jahre in der Langzeitpflege gearbeitet. Aktuell studiert die Altlengbacherin an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität im Bachelorstudium Pflegewissenschaft.

Warum haben Sie sich für die Stelle beworben? Wo sind Sie stationiert?

Monika Sorko: Im AKH Wien habe ich alles erreicht, was ich erreichen wollte. Nun ist es für mich an der Zeit, sich aus dem Akutkrankenhaus zu verabschieden und in meiner Heimat tätig zu werden. Ich möchte mich in der Gemeinde einbringen und werde in Vollzeit mit meiner Kollegin im Rathaus Neulengbach für alle Neulengbacher zu finden sein.

Martina Weiß-Radschopf: Ich habe mich sehr gefreut, als ich von diesem Projekt gehört habe. Ich fand schon in der Ausbildung die Gesundheitsförderung sehr interessant und habe mir schon immer gewünscht, dass es „Community Nursing“ auch in Österreich gibt, da es mir von anderen Ländern bekannt war. Es ist eine tolle Chance um ein neues Berufsfeld für die Pflege in Österreich zu etablieren und um direkt in der Gemeinde etwas zu bewirken. Ich freue mich sehr, Teil dieses Projekts sein zu dürfen und auf die Arbeit in Neulengbach. Ich habe mich in Neulengbach beworben, weil ich mich familiär sehr verbunden mit dem Ort fühle. Im Büro im Rathaus bieten wir Beratungen nach Termin an und in weiterer Folge auch präventive Hausbesuche.

Was genau werden Ihre Aufgaben sein?

Monika Sorko: Ich hoffe, in allen Lebenslagen in puncto Pflege eine Anlaufstelle für unsere Zielgruppen als Community Nurse bieten zu können und bin für alle Fragen die Pflege betreffend die zentrale Anlaufstelle. Ob es nun um Vorsorge, Gesundheit, direkte Pflege oder das Aufzeigen von Veranstaltungen und Möglichkeiten der Freizeitgestaltung geht, stehe ich gerne als Community Nurse mit Informationen und Hilfestellung für unsere Zielgruppen bereit.

Martina Weiß-Radschopf: Zuerst wird unsere Arbeit daraus bestehen, dass wir alle Möglichkeiten für Hilfestellungen in der Region Neulengbach ausfindig machen und uns mit allen Anbietern vernetzen, um dann als Drehscheibe zu fungieren. Auch werden wir Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und Prävention anbieten. Ein Schwerpunkt des Projektes ist, dass Personen ab 75 Jahren präventive Hausbesuche erhalten sollen.

Wann, also bei welchen Anliegen, kontaktiere ich Sie?

Martina Weiß-Radschopf: Wenn zum Beispiel pflegende Angehörige Fragen von A bis Z haben, beantworten wir diese und vermitteln an entsprechende Dienste weiter. Wir helfen auch weiter, wenn man ein Pflegebett braucht oder Pflegegeld beantragt. Bei Bedarf werden wir Selbsthilfegruppen oder Themenabende anbieten.

Bei den Hausbesuchen soll eruiert werden, wie Menschen solange wie möglich zu Hause leben können und wie man ihre Selbstständigkeit und Selbstfürsorge bestmöglich stärken kann. Das kann einfach das Vermitteln zu Seniorentreffen oder Hilfestellung für kleine Tätigkeiten sein. Ziel ist, dass die Personen so lange wie möglich zu Hause bleiben können und dabei Unterstützung in sämtlichen Lagen haben. Uns ist eine Zusammenarbeit mit allen etablierten Anbietern in der Region sehr wichtig. Wir werden niemand ersetzen, sondern ergänzend tätig sein.

Gibt es eine spezielle Ausbildung für die Arbeit als „Community Nurse“?

Monika Sorko: Die Anforderung für „Community Nurses“ für das jetzige Projekt ist ein Krankenpflegediplom und mindestens zweijährige berufliche Erfahrung, einige zielgerichtete Weiterbildungsmöglichkeiten werden bereits jetzt schon angeboten.

Martina Weiß-Radschopf: Gemeinsam freuen wir uns sehr auf die kommende Arbeit und sind auch der Gemeinde sehr dankbar für die Einreichung dieses Projektes und dass wir für die Bürger in Neulengbach da sein dürfen.

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