18-jähriger Neulengbacher schoss betrunken auf Nachbarn

Ein junger Neulengbacher randalierte mit 2,8 Promille im Krankenhaus St. Pölten, bei einem anderen Vorfall feuerte er eine Schreckschusspistole aus einem Hausfenster und bedrohte einen Freund: Bewährungsstrafe.

Erstellt am 28. Oktober 2021 | 10:44
Pistole Symbolbild
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Foto: APA (Techt)

Eigentlich hatte er sich ja für die Polizeischule beworben, daraus wird nun aber nichts, denn sein Vorstrafenregister ist nicht länger leer. Ein 18-Jähriger aus Neulengbach sitzt seit einem knappen Monat in Untersuchungshaft, heute Donnerstag, musste er sich vor dem Jugendrichter wegen zweier Vorfälle verantworten.

Bursche musste im Spital auf Liege fixiert werden

Mit 2,8 Promille wurde er nach dem Fortgehen im Juli ins Krankenhaus St. Pölten eingeliefert, dort beschimpfte er einen Pfleger wüst und drohte ihm mit massiver Gewalt. Verletzt wurde niemand, er musste wegen seines aggressiven Verhaltens aber auf einer Liege fixiert werden. 

Im September dann die zweite Eskalation, er hatte wieder zu viel getrunken – der schlechteste Zeitpunkt, um ihm eine Gaspistole auszuhändigen. Genau das hatte sein Trinkgenosse, ein gleichaltriger Freund aus Wien aber getan. Bevor er sich versah, hatte der Angeklagte damit in den Hof aus dem Fenster des Wiener Wohnhauses geschossen, gezielt hatte er dabei auf einen unbeteiligten Nachbarn, der seinen knapp einjährigen Sohn auf dem Arm hielt.

Schüsse fielen keine, es klickte aber hörbar, als er den Abzug betätigte. Als ihm der Freund daraufhin die Pistole abnahm, holte der 18-Jährige ein Küchenmesser und forderte die Waffe wieder zurück. Auch dem Freund hielt er die Pistole an den Kopf und drückte ab, auch hier fiel kein Schuss.

Zweite Chance durch mildes Urteil

Als der Richter ihm die Anklagepunkte vorhält blickt der Jugendliche betroffen auf die Tischplatte vor ihm, er ist vollumfassend geständig, kann sich aber an viel nicht erinnern.

So wie es die Zeugen erzählen wird es aber wohl gewesen sein, räumt er ein. Er habe gedacht, dass es sich um eine Spielzeugpistole handelte und wusste, nicht dass es eine Schreckschusspistole war, so der Angeklagte. „Es tut mir wirklich leid und ist mir sehr peinlich. Ich konnte es gar nicht glauben, als ich gehört habe, was ich gemacht habe“, sagt er.

Das Urteil: sechs Monate bedingte Haft, mit Bewährungshilfe und einer Probezeit von drei Jahren. Außerdem muss der Jugendliche zur Suchttherapie. Das ist eine relativ milde Strafe, sie wird nicht in seinem Leumundszeugnis aufscheinen. Mildernd war, das Geständnis, sowie sein jugendliches Alter und der Umstand, dass es teilweise beim Versuch blieb. „Ich gebe Ihnen hiermit eine zweite Chance“, sagt der Jugendrichter. „Aber es ist ein Wahnsinn, was da passiert ist.“ Das Urteil ist rechtskräftig.