Untypische Feldfrüchte werden kultiviert. Walter Resch befasst sich mit dem Anbau von Kümmel, Fenchel, Boxhornklee. Geliefert wird auch an „Sonnentor“.

Von Christine Hell. Erstellt am 14. August 2019 (03:51)
Christine Hell
„Der Regen kommt leider zu spät“, sagt der innovative Landwirt aus Asperhofen mit Blick auf seine Fenchelkultur.

„22 verschiedene Kulturen haben wir auf unseren Äckern stehen“, berichtet Walter Resch stolz. Unter anderem sind das für das Gebiet eher untypische Feldfrüchte, wie Kümmel, Fenchel, Buchweizen, Leindotter und Boxhornklee. Auch „Alfalfa“ zählt zu Reschs Feld-Repertoire: „Das ist Luzerneklee als Keimsprossenprodukt“, klärt der engagierte Landwirt auf.

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Walter Resch hat ein eigenes Traktor-Anbaugerät zur mühsamen, händischen Entfernung des Unkrautes konstruiert.

Alle diese Produkte sind im Bioladen am Hof von Stephan Teix erhältlich und in Grabensee bei „Etliches“ von Familie Zeilinger. Aber vor allem die Kunden von „Sonnentor“ freuen sich über die streng geprüften Produkte vom Asperhofner Bauern. Und über die Maisstämme aus Reschs Produktion freuen sich die Pandabären im Tiergarten Schönbrunn: „Die Pandas bekommen meine Kukurutz-Stämme als Leckerlis verabreicht. Die Bären fressen den Mais von unseren Äckern noch viel lieber als den Bambus“, freut sich Walter Resch, der zwei Mal in der Woche nach Wien liefert.

„22 verschiedene Kulturen haben wir auf unseren Äckern stehen“

Aus Interesse habe er bereits vor mehreren Jahren begonnen, seltene Feldfrüchte zu kultivieren, erzählt der 62-Jährige. Das sei schon immer mit sehr viel Arbeit verbunden gewesen, sagt er, das heurige Jahr gestalte sich aber ganz besonders arbeitsintensiv: „Trockenheit und Nässe und alles zum ungeeigneten Zeitpunkt, lässt vor allem das Unkraut heftig wachsen.“

Ganze 100 Stunden Handarbeit seien heuer je Hektar Ackerfläche vonnöten gewesen, um halbwegs eine Ernte einfahren zu können. Gewürzfenchel und Kümmel werden etwa Ende August bis Anfang September gedroschen, manchmal auch erst im November, berichtet der Biobauer, und viele Menschen wollen beim Drusch live dabei sein, denn: „Das Feld ist dann eine einzige Duftwolke.“