Bürger gehen wegen geplantem 5G-Netz auf die Barrikaden. Kritiker wollen auf mögliche Gefahren der neuen Mobilfunk-Technologie aufmerksam machen. 300 Unterschriften wurden bis jetzt gesammelt.

Von Renate Hinterndorfer. Erstellt am 16. Juli 2019 (04:28)
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Johann und Stephan Teix machen gegen den 5G-Ausbau mobil.

Der weltweite Datenverkehr wächst ständig. Mit 5G soll das Internet noch schneller und besser werden. Das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie möchte Österreich puncto fünfter Mobilfunkgeneration zum Vorreiter in Europa machen (siehe Info-Box).

Gegen die neue Technologie formiert sich Widerstand – auch in der Region Neulengbach. Noch bis Ende Juli werden Unterschriften gegen 5G und die Errichtung neuer Mobilfunksender gesammelt. Das Motto lautet: „Ich will keinen 5G-Sender vor meiner Haustüre“.

„Rote Linie wird überschritten“

Der Neulengbacher Johann Teix ist einer der Initiatoren der Unterschriftenaktion. Er ist selbst Techniker. „Ich liebe die Technik. Aber da wird jetzt eine rote Linie überschritten. Wir werden noch mehr zu gläsernen Menschen. Das ist ein Wahnsinn“, sagt Johann Teix. Sein Bruder Stephan Teix sieht es ähnlich: „Wir sind dagegen, dass 5G zu einer noch stärkeren Überwachung führt.“ Was ihn auch stört: Niemand übernehme Verantwortung für eventuelle gesundheitliche Schäden.

Befürchtet wird, dass die Strahlenbelastung massiv steigt: Durch den weiteren Mobilfunkausbau werde die Umwelt mit künstlichen und gesundheitsbeeinträchtigenden elektromagnetischen Feldern überflutet. „Es gibt Wissenschaftler, die gegen 5G sind und andere, die dafür sind. Wie sollen wir das abschätzen können?“ fragt sich Stephan Teix. Man wisse viel zu wenig über die Auswirkungen der neuen Technik auf Mensch und Tier.

Er verweist etwa auf den Kanton Genf, der den Aufbau von 5G-Antennen vorerst verboten hat, weil dem Parlament wissenschaftliche Erkenntnisse über gesundheitliche Risken fehlen. „Viele wollen 5G nicht. Es gehört einfach besser abgeklärt, welche Auswirkungen es hat“, hält Teix fest.

Die 5G-Gegner haben bis jetzt etwa 300 Unterschriften gesammelt und wollen in den nächsten Wochen Gespräche mit den Bürgermeistern in der Region führen und diese auf die Problematik aufmerksam machen.

„Man weiß nicht, wie sich die Strahlen auswirken. Es gibt verschiedene Aussagen"

Der Neulengbacher Ortschef Franz Wohlmuth hält 5G für ein sensibles Thema, und er sagt, dass er die Sorgen der Menschen versteht: „Man weiß nicht, wie sich die Strahlen auswirken. Es gibt verschiedene Aussagen. Es ist schwer, sich als Laie ein Urteil zu bilden.“ Wohlmuth meint aber, dass man sich als Gemeinde der neuen Technologie nicht verschließen könne: „Das wäre der falsche Weg. Die gesundheitlichen Nebenwirkungen muss man sich anschauen. Aber als Wirtschafts- und Schulstandort kann man es sich nicht leisten, sich dem zu verwehren.“ Keine Gemeinde werde es sich leisten können, ein weißer Fleck auf der Landkarte zu sein.

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