Ehrenamt Nikolaus: „Viele sehr berührende Momente“. Was das Faszinierende an der Aufgabe ist, hat sich die NÖN angeschaut.

Von Renate Hinterndorfer. Erstellt am 03. Dezember 2019 (03:47)
Ein Nikolaus mit einem echten Bart ist Eduard Riedl aus Maria Anzbach. Der NÖN-Reporter ist in den nächsten Tagen nicht mit der Kamera, sondern mit dem Nikolaus-stab unterwegs.Albert
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Seit Ende September lässt Eduard Riedl seinen Bart wachsen, denn im Dezember ist er wieder als Nikolaus unterwegs. Seit 19 Jahren verkündet der Maria Anzbacher die Botschaft des Heiligen. Wie kam es dazu?

„Mein Vorgänger hat aufgehört und Pfarrer Wilhelm Schuh hat mich gefragt, ob ich das übernehmen möchte“, erzählt der 72-Jährige. Im Laufe der Zeit sind seine Einsätze immer mehr geworden: „Angefangen hat es mit ein paar Familien, aber es hat sich ausgeweitet. Eine Familie in Eichgraben besuche ich schon seit 17 Jahren“, erzählt Eduard Riedl. Die Reaktionen der Kinder seien recht unterschiedlich, weiß er zu berichten: „Manche Kinder sind recht lustig und aufgebracht, sie wollen mir etwas erzählen oder schenken mir eine Zeichnung. Andere sind schüchtern und zurückhaltend.“

Manchmal werde bei ihm auch ein Schnuller abgegeben. „Freiwillig. Oder unfreiwillig“, schmunzelt der Nikolaus. Er besucht immer acht bis zehn Familien und ist bis nach Purkersdorf unterwegs. Er kommt auch in die Maria Anzbacher Kirche und ins Pflegeheim St. Louise. Auch bei den Waldkindern ist Eduard Riedl zu Gast: „Die Kinder sind sehr natürlich, sie zeigen mir ihr Tipi und dann sitzen wir um das Feuer und ich erzähle die Geschichte vom Nikolaus.“

Pfarrer Boguslaw Jackowski freut sich, dass Ewald Furtmüller als Nikolaus zu den Neulengbacher Kindern kommt. privat
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Auf die Frage, warum er diese Aufgabe schon so lange ausführt, antwortet der Maria Anzbacher: „Weil es viele berührende Augenblicke gibt, sowohl bei den Kindern als auch bei den alten Menschen.“ Wichtig ist ihm eines: Er will nicht der böse Nikolaus sein.

„Schutzpatron der Kinder“

In die gleiche Kerbe schlägt Ewald Furtmüller: „Ich tadle nicht. Der Nikolaus ist der Schutzpatron der Kinder.“ Der Neulengbacher ist schon seit 42 Jahren als ehrenamtlicher Nikolaus im Einsatz. Er verkündet die Botschaft des Heiligen in den Kirchen in Neulengbach und St. Christophen, besucht Schulen und Kindergärten und seit fünf Jahren auch die Stadtbibliothek Neulengbach. In der Schule habe er auch schon experimentelle Auftritte gehabt, verrät der pensionierte Schuldirektor. Er hat auch bei der großen Nikolausfeier des Feitlclubs St. Christophen einen Auftritt: „Da sind ein paar Teufeln dabei, aber sonst nirgends.“

Für Ewald Furtmüller ist es eine Freude, sich mit den Kindern zu unterhalten: „Ich mache das wirklich gern. Der Nikolaus ist eine Vorbildfigur für alle Menschen. Seine Botschaft geht uns alle an.“

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