Schulsportstätten für Vereine: „Die Bewegung fördern“. Turnhallen der Region werden gerne genutzt. Kooperation funktioniert gut. Schulwart bis zum Bürgermeister und oft wieder retour – der Weg zu einem geöffneten Turnsaal ist für Sportvereine oft ein langer und beschwerlicher. Dabei zeigt eine Studie der Sportunion, dass Bedarf an zusätzlichen Hallenzeiten besteht (siehe Artikel rechts). Die NÖN hörte sich in der Region um.

Von Andrea Stoiser, Beate Riedl und Birgit Kindler. Erstellt am 10. September 2019 (05:14)
Archiv/Ernst Klement
Woche für Woche treffen sich Mitglieder des Turnvereins, eine Sektion des SV Altlengbach, zum gemeinsamen Sportprogramm im Turnsaal der Mittelschule Laabental. Sportlehrer Peter Praschl-Bichler (3. v. l.) bietet ein umfangreiches Gymnastik- und Konditionsprogramm. Auch Staatsmeisterin Renate Kahri (hockend r.) hält sich damit fit.

In der Region werden die Schul-Turnhallen häufig von den Vereinen genutzt. In Altlengbach verwenden die Fußballer, Turner, der Verein Fit & Fun aus Innermanzing aber auch eine Pilates- oder Zumba-Gruppe und sogar eine Akrobatin die Halle. „Darüber hinaus wird der Kunstrasenplatz sehr intensiv genutzt“, erklärt Altlengbachs Vizebürgermeister und Obmann der Mittelschule Laabental Daniel Kosak.

Diese Kooperation funktioniere weitgehend ohne Probleme. „Für den Kunstrasen gibt es einen Online-Kalender zur Koordination, die Hallentermine werden am Anfang der Hallensaison fixiert“, erklärt Kosak.

Für die Nutzung bezahlen die Vereine Nutzungsentgelte, diese fließen laut Kosak ins Schulbudget ein und finanzieren damit die Reinigung mit. „Jeder Nutzer muss eine Haftpflichtversicherung haben beziehungsweise für die Schäden selbst aufkommen“, informiert Kosak, dem es wichtig ist, dass alle Sportstätten auch außerhalb der Schulzeit genutzt werden. „Diese Anlagen wurden aus Steuergeldern errichtet und sollen möglichst vielen Menschen zur Verfügung stehen“, so Kosak.

Nutzung in den Ferien wünschenswert

Gegen einen geringen Kostenersatz, der den administrativen Aufwand decken soll, können auch die beiden Turnsäle der Volks- und Mittelschule von den örtlichen Vereinen genutzt werden. Sportunion, Naturfreunde, ASKÖ, Pensionisten-Turngruppe, Fußballer Basketballspieler und viele mehr nutzen die Turnsäle Woche für Woche. Laut Bürgermeister Georg Ockermüller funktioniere das sehr gut. „Uns ist es sehr wichtig, Angebote im Bereich Bewegung und Sport zu unterstützen und zu fördern“, sagt der neue Eichgrabener Bürgermeister Georg Ockermüller.

Zu den Hallen-Nutzern zählt auch Eva Pakosta von der Sportunion Eichgraben, die die Turnsäle während des Schuljahres für das Angebot des Vereins nutzt. Sie räumt ein, das es in den Ferien schwer sei, einen Turnsaal zu bekommen. „Da die Schule letztes Jahr Baustelle war, sind wir mit dem Sommer-Sport-Camp nach Maria Anzbach ausgewandert. Und nachdem es uns dort sehr gut gefallen hat und die Halle sowie der Sport und Spielplatz optimal für uns waren, habe ich in Eichgraben gar nicht angefragt“, so Pakosta.

Sie betont, dass die Gemeinde der Sportunion im letzten Jahr sehr entgegengekommen sei. „Es wäre aber natürlich wünschenswert, wenn die Turnsäle den Vereinen so oft wie möglich zu Verfügung stehen würden. Vor allem am Nachmittag und in den Ferien wäre ein Zugang wichtig. Einerseits könnte der Vereinsbetrieb über die Ferien aufrecht erhalten bleiben, Sportcamps könnten veranstaltet werden und auch Trainings für Leitungssportler können durchgeführt werden“, so Eva Pakosta.

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