Sicherheit für Radfahrer: „Stress, wenn viel los ist“. Das Fahrrad ist als Fortbewegungsmittel beliebt. Als Radler müsse man laut Radlobby aber sehr defensiv fahren.

Von Andrea Stoiser und Nadja Straubinger. Erstellt am 13. August 2019 (03:11)
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 Schnell mit dem Rad frisches Gebäck vom Bäcker um die Ecke holen, zu einer Freundin auf einen Kaffee fahren oder etwas für die Gesundheit tun und fleißig in die Pedale treten, das Rad ist ein beliebtes und auch umweltfreundliches Fortbewegungsmittel für Menschen jeden Alters. Auch viele Eichgrabener nutzen täglich das Fahrrad für ihre Alltagswege.

„Die Anzahl der Radfahrer steigt stetig“, weiß Franz Kraic aus Eichgraben. Aus diesem Grund hat sich in der Gemeinde auch die Radlobby formiert, deren Mitglieder sich ein Mal im Monat zum Stammtisch treffen, bei dem sich die Radfahrer austauschen können. Da werden Probleme besprochen und Lösungen gesucht. Zwei der größten Problemstellen in Eichgraben sind die Kreuzung Wiener Straße–Huttenstraße und die Kreuzung im Bereich des Freiheitsplatzes. „Besonders in der Früh, wenn viele Autos und Radfahrer am Weg zur Arbeit und in die Schule sind, entstehen stressige Situationen“, weiß die stellvertretende Obfrau des Vereins Julia Galvagna.

„Die Anzahl der Radfahrer steigt stetig“

Für die Mitglieder der Radlobby Eichgraben braucht es mehr verständliche Kennzeichnungen der Radwege, einheitliche Radwege, Geschwindigkeitsreduktionen und vor allem mehr Achtsamkeit aller Verkehrsteilnehmer. In Eichgraben fühlt sich die Radlobby gut aufgehoben. „Die Gemeinde ist bemüht und hat offene Ohren für unsere Anliegen“, so Galvagna.

Groß ist der Anteil der Radfahrer auch in der Landeshauptstadt. 1.788 Radfahrer täglich passieren durchschnittlich die drei Messstellen in der Landeshauptstadt. Mit 3.685 Radfahrern an nur einem Tag wurde erst vor wenigen Wochen neuer Rekord aufgestellt. Das sah damals der Radfahrbeauftragte der Stadt, Alexander Schmidbauer, als eindeutigen Beweis dafür, dass der Drahtesel immer beliebter wird. Für die seit dem tödlichen Unfall, bei dem zwei Kinder, die in einem Radanhänger saßen, starben, viel diskutierte Sicherheit für Radler ist das auch von Vorteil, meint Maria Zögernitz von der Radlobby St. Pölten: „Je höher der Anteil der Radfahrer, umso sicherer wird es, weil die Autofahrer daran gewöhnt sind.“

„Je höher der Anteil der Radfahrer, umso sicherer wird es, weil die Autofahrer daran gewöhnt sind.“ Maria Zögernitz von der Radlobby St. Pölten

Zögernitz ist mehrmals pro Woche mit dem Rad unterwegs, samt ihren beiden Kindern und einem Fahrradanhänger, wie er bei dem Unfall übersehen wurde. „Ich verwende diesen gerne, wenn es schnell gehen muss, oder ich einkaufe, da ich weit mehr Stauraum habe. Das Rad ist kippsicherer. Selbst wenn das Fahrrad umkippt, bleibt der Radanhänger stehen“, erklärt Zögernitz. Sie fühlt sich zumeist sicher auf ihren Ausfahrten, obwohl man als Radfahrer oft Umwege in Kauf nehmen und sehr defensiv sein müsse. „Mehrmals wöchentlich wird mir die Vorfahrt genommen“, berichtet Zögernitz.

Sie vermeidet Landstraßen, so gut es geht, weil oftmals kein Radweg vorhanden ist. „Es lässt sich aber leider nicht immer vermeiden.“ Beispiele sind für sie die B 1 von Ratzersdorf nach Pottenbrunn, die B 20 und die Stattersdorfer Hauptstraße nach Ende des Radweges, weil dort die viel befahrene Straße gequert werden muss. „Wir als Radlobby haben in diesen Bereichen schon öfter Begleitwege gefordert“, schildert die begeisterte Radfahrerin.