Tage um Allerheiligen: Der Toten gedenken. Region Neulengbach: Menschen kommen zu Friedhof und Bestattungsanlagen, Kerzen werden bei Gräbern und Urnengräbern angezündet.

Von Christine Hell. Erstellt am 28. Oktober 2020 (03:59)
Zu Allerheiligen und Allerseelen werden die Gräber besucht und dabei der Verstorbenen gedacht.
Gleiss

Besonders in den Tagen um Allerheiligen besuchen viele Menschen die Grabstätten und gedenken ihrer verstorbenen Angehörigen. Möglicherweise werden es heuer weniger Friedhofsbesucher sein, denn Corona hat so ziemlich alles verändert. Aber auch im Bereich Bestattungen gibt es Änderungen, der Trend geht weg von Erdbestattungen.

„Besonders zu Beginn des Lockdowns war es für uns und für die Angehörigen enorm schwierig“, berichtet Oliver Hofstätter. Für die Hinterbliebenen sei es eine große Herausforderung und auch eine oft sehr schmerzliche Aufgabe gewesen, zu entscheiden, wer am Begräbnis teilnehmen dürfe und wer nicht, so Hof stätter.

Als die Maßnahmen gelockert werden konnten, hätten aber viele die Möglichkeit für eine Messe genützt, sagt der Neulengbacher Bestattungsunternehmer, „daran konnten dann alle Verwandten und Freunde teilnehmen. Mit dabei war meistens ein Bild des Verstorbenen, das im Altarraum aufgestellt wurde“

„Besonders zu Beginn des Lockdowns war es für uns und für die Angehörigen enorm schwierig“

Erdbestattungen und Feuerbestattungen hielten sich derzeit in etwa die Waage, stellt Oliver Hofstätter zum Trend im Bestattungswesen fest: „Die Feuerbestattungen haben in den letzten Jahren etwas zugenommen.“

Ganz anders empfindet Jörg Bauer die Situation: „Eigentlich ist Corona bei unseren Bestattungen kaum ein Thema, es sei denn, der Verstorbene ist daran erlegen“, sagt der Geschäftsführer des Bestattungsunternehmens „Lichtblick“ in St. Christophen. Das einzige, was sich in der Zeit der weltweiten Pandemie in seinem Bestattungsunternehmen geändert hat, ist, dass die meisten Trauerfeiern im Freien stattgefunden haben. „Erst kürzlich ist eine Trauerfeierlichkeit in Altlengbach in einem Hausgarten erfolgt“, berichtet Bauer. Ihm ist wichtig, dass die Hinterbliebenen gut betreut werden und die Trauerarbeit dadurch gut bewältigen können: „In einer derartigen Ausnahmesituation brauchen die Menschen von uns eine starke Hand und ein weiches Herz.“

Der Trend gehe immer weiter weg vom Friedhof, bemerkt Bauer, viele bewahren die Urne des lieben Verstorbenen daheim auf und übergeben sie – wenn sie dazu bereit sind – der Donau. Das bezeichnet Jörg Bauer als das schönste Event überhaupt: „Im Rahmen einer zweistündigen Schifffahrt, bei der das Leben gefeiert wird, wird entweder die Asche des Verstorbenen im Donauwasser verstreut oder die ganze Urne versenkt.“ Auch Baumbestattungen nehmen zu. Und bei Naturbestattungsanlagen gibt es immer mehr Auswahl-Möglichkeiten. Zwei eröffnet Bauer 2021, eine davon in Neulengbach.

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