Verzicht fällt nicht ganz leicht. Kein Alkohol, mehr Obst, mehr Bewegung: Vorsätze gibt es viele, die Umsetzung fällt manchmal schwer.

Von Renate Hinterndorfer und Christine Hell. Erstellt am 16. April 2019 (03:10)
NOEN, Christian Lendl
Daniel Kosak: „Kein Alkohol, wenig Fleisch.“

„Fasten ist für mich definitiv ein Thema, und zwar schon seit Jahren“, sagt die Neulengbacher VP-Frauenchefin Josefa Widmann zu ihrer Einstellung zum Thema Verzicht. Die Fastenzeit sei für sie Anlass, etwas leiser zu treten, erzählt sie auf Anfrage der NÖN. Widmann verzichtet auf Alkohol und Süßigkeiten, auch wenn das gerade am Anfang nicht leicht fällt: „Ein Glaserl Wein am Abend oder ein Bier wegzulassen, das ist schon ein ziemlicher Verzicht, aber mit der Zeit gewöhnt man sich daran.“

NÖN
Wasser statt Wein: VP-Frauen-Lady Josefa Widmann verzichtet in der Fastenzeit auf Alkohol: „Am Anfang ist das schon ein ziemlicher Verzicht.“

Dem Körper tue das Entschlacken gut, alles entspanne sich und fühle sich leichter an, ist Josefa Widmann von der positiven Wirkung des Fastens begeistert. Insgesamt gehe es darum, sich auf das Wesentliche zu beschränken und sich auch zu überlegen, was wirklich wichtig ist.

„Je älter man wird, desto mehr denkt man über solche Dinge nach. Weniger ist mehr.“ Zur Vorbereitung auf Ostern gehört für die Neulengbacherin auch die Unterstützung von hilfsbedürftigen Menschen, denn: „Uns allen geht es so gut, da kann man ein bisschen was vom Kuchen abgeben.“ So war Josefa Widmann etwa maßgeblich daran beteiligt, dass die Spendenaktion für Zyklon-Opfer in Mosambik gestartet wird. Wie berichtet ist Astrid Bliem in Maputo und organisiert von dort aus Hilfslieferungen aus Spendengeldern.

rh
Beate Raabe-Schasching: „Öfter fasten wäre gut.“

Die Neulengbacher Frauennetzwerk-Chefin Beate Raabe-Schasching hat sich für die Karwoche vorgenommen, tageweise auf das Handy zu verzichten. Ob das gelingt? „Schauen wir einmal“, meint sie. Die SP-Stadträtin findet es wichtig, nicht nur in der Fastenzeit auf Dinge zu verzichten: „Wenn man an seine Gesundheit denkt, wäre es wichtig übers Jahr verteilt immer wieder auf verschiedene Dinge zu verzichten: Alkohol, Fleisch, Obst und Gemüse, die nicht bei uns wachsen, um nur einige zu nennen.“

„Ich verzichte in der Karwoche tageweise auf das Handy. Schauen wir einmal, ob es gelingt.“ Beate Raabe-Schasching

Daniel Kosak, Altlengbacher Vizebürgermeister und Pressesprecher von Ministerin Elisabeth Köstinger, hat sich in der Fastenzeit heuer leicht getan, berichtet er: „Durch die Vorbereitungen auf den Halbmarathon war ich beim Essen in der Fastenzeit sehr diszipliniert. Ich habe versucht, auf alles Überflüssige zu verzichten. Kein Alkohol, kaum Zwischenmahlzeiten, wenig Fleisch und wenig Süßigkeiten.“ Letzteres sei nicht so gut gelungen, gibt er zu.

Auf die Frage, wie sich das Fasten mit seinem Job als Pressesprecher verbinden lasse, antwortet Daniel Kosak: „Ich glaube, das geht in jedem Beruf gut, wenn man das will. Man muss nicht bei jeder Gelegenheit oder jedem Buffet zugreifen, es ist nicht so schwer, wie man vielleicht glaubt.“

Auf bewusstere Ernährung und mehr Bewegung setzt auch Bezirksfeuerwehrkommandant Georg Schröder: „Die Fastenzeit ist eine Zeit, wo ich mich bemühe, mehr auf meine Gesundheit zu achten. „Ich lasse manche Mahlzeiten aus, versuche, mehr Obst zu essen, weniger Kaffee und mehr Wasser zu trinken. Außerdem achte ich darauf, dass ich mich mehr an der frischen Luft bewege.“ Auch weniger Alkohol ist für den Feuerwehr-Chef ein Thema: „Da ist es aufgrund der Vielzahl an Terminen oft gar nicht so einfach, ein Glaserl Wein abzulehnen. Aber in der Fastenzeit ist dafür mehr Verständnis da.“

„Ich habe mir vorgenommen, mit gutem Beispiel voranzugehen und beim Essen etwas zu reduzieren, und auch auf Alkohol zu verzichten.

Gefastet wird auch im Hause Böswarth in Altlengbach. Der Chef des Lengbachhofes Johann Böswarth erklärt gegenüber der NÖN: „Ich habe mir vorgenommen, mit gutem Beispiel voranzugehen und beim Essen etwas zu reduzieren, und auch auf Alkohol zu verzichten.“ Mit der Durchführung ist er zufrieden: „Es gelingt mir ganz gut.“

Dass die Fastenzeit ernst genommen wird, sehe man auch im Restaurant, im Bereich à la carte, berichtet Böswarth: „Man merkt doch etwas, dass in der Zeit vor Ostern weniger essen gegangen wird als nach Ostern.“ Im Hotelbereich sei jedoch keine Änderung festzustellen.

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