Breitband-Ausbau schreitet voran. In der Region Wienerwald soll das Internet noch schneller werden. Mittel fließen oft an Firmen, die dann ausbauen.

Von Lukas Kalteis, Martin Gruber-Dorninger und Nadja Straubinger. Erstellt am 19. August 2020 (04:00)
Breitband zeichnet sich durch höhere Datenübertragungsraten aus.Bis 2030 soll es flächendeckend schnelles Internet geben.
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Homeoffice und Homeschooling bestimmten den Arbeits- und Schulalltag während des Corona-Lockdowns. Das brachte auch die Internetverbindungen in den Haushalten zum Glühen. Seit Jahren investieren Bund und Land Niederösterreich in den Breitbandausbau. Das machte sich gerade in dieser Zeit bezahlt. Die NÖN hat sich in der Region umgehört, wie der aktuelle Stand der Dinge ist.

Nur Wieselburg verfügt über ein flächendeckenderes und schnelleres Internet als die Stadt St. Pölten. Mit 100 bis 1.000 Mbit jagen die Daten pro Sekunde durch die Glasfaserkabel in der Landeshauptstadt. Anbieter ist hier Kabelplus, ein Tochterunternehmen der EVN. „Für uns ist in den nächsten Jahren die Verdichtung das Ziel, Ausbauten sind auf jeden Fall denkbar“, erklärt Pressesprecher Stefan Zach. Neben St. Pölten bietet Kabelplus noch in 16 weiteren Gemeinden des Bezirks schnelles Internet an. Darunter auch Altlengbach, Eichgraben, Maria-Anzbach, Neustift-Innermanzing und Neulengbach.

„Glasfaser-Internet gehört zukünftig genauso wie die Strom- und Wasserversorgung zu den Grundbedürfnissen der Gemeindebürger.“ Günter Schabach, Bürgermeister von Pyhra

„In den meisten Fällen bekommen die Gemeinden nicht direkt die Breitbandförderung, sondern jenes Unternehmen, das um die Breitbandförderung angesucht hat und die Versorgung in der betreffenden Gemeinde zur Verfügung stellt“, heißt es aus dem für Telekommunikation zuständigen Ministeriums. Lediglich wenn eine Gemeinde beispielsweise im Leerrohr-Programm oder im Connect Programm selber eingereicht hat, würde die Förderung direkt ausbezahlt.

„Wir haben in letzter Zeit einige Breitband-Projekte umgesetzt“, berichtet der Böheimkirchner Bürgermeister Johann Hell. Mit A1 gibt es einen weiteren Anbieter in Böheimkirchen.

Pyhras Bürgermeister Günter Schaubach setzt in seiner Gemeinde auf Breitbandausbau. Die Gemeindebürger können sich bsi Ende September an das Netz der Nögig anschließen lassen.
Marktgemeinde Pyhra

Mit Hilfe des Betreibers Nögig (NÖ Glasfaserinfrastrukturgesellschaft) soll Pyhra die erste Gemeinde im NÖ Zentralraum werden, deren Gemeindebürger mit Glasfaseranschlüssen versorgt werden. Voraussetzung dafür ist, dass sich 40 Prozent der Haushalte für einen Anschluss entscheiden. Nögig und Gemeinde wollten bei entsprechenden Infoveranstaltungen die Werbetrommel für ein schnelleres Internet rühren. Corona machte den Bemühungen allerdings einen Strich durch die Rechnung. „Es ist einfacher die Leute bei solchen Veranstaltungen von der Notwendigkeit des Breitbandausbaus zu überzeugen“, erklärt Bürgermeister Günter Schaubach. Bereits seit einigen Jahren werden von der Gemeinde Leerverrohrungen vorsorglich für künftige Glasfaseranschlüsse bei Straßenbauprojekten mitverlegt. Die Nögig bietet den Gemeindebürgern Anschlüsse bis Ende September. Im Aktionszeitraum kostet der Anschluss einmalig 300 Euro sowie 24 Monate die Grundgebühr. Ab 1. Oktober 2020 beträgt die Anschlussgebühr 600 Euro. Schaubach zeigt sich optimistisch: „Ich bin davon überzeugt, dass ein Glasfaserzugang wichtig für unsere Zukunft ist. Glasfaser-Internet gehört zukünftig genauso wie die Strom- und Wasserversorgung zu den Grundbedürfnissen der Gemeindebürger.“

Der Verein GeMa PriMa der gleichnamigen Kleinregion bestehend aus Gerersdorf, Markersdorf, Prinzersdorf und St. Maragrethen arbeitet gerade am Leitbild. Dabei ist auch der Breitbandausbau wieder zum Thema geworden. St. Margarethens Bürgermeisterin Brigitte Thallauer gibt zur Auskunft, dass auch in ihrer Gemeinde gleichzeitig mit Straßenbauarbeiten Leerverrohrungen durchgeführt werden. Im September soll es Gespräche mit dem Regionsbetreuer des Regionalverbandes NÖ Mitte und mit der Nögig geben. Ziel ist es bis 2030 jedem Haushalt und jedem Unternehmen in NÖ einen Breitbandanschluss mit zu 100 Prozent Glasfaser zu ermöglichen. Ein leistungsstarkes Internet war früher nur für Freizeitaktivitäten gefragt, nun hat uns aber die Corona-Pandemie aufgezeigt, wie wichtig auch ein „Berufsinternet“ ist.

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