Contact Tracing ist „grenzwertig“. Ansteckungsquellen ausfindig machen wird immer schwieriger.

Von Renate Hinterndorfer. Erstellt am 17. November 2020 (08:56)
Bezirkshauptmann Josef Kronister appelliert an die Bürger, die Corona-Schutzbestimmungen konsequent einzuhalten. Er kündigt auch Kontrollen an: „Die Polizei wird verstärkt präsent sein.“
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„Das Projekt Eigenverantwortung kann man als gescheitert betrachten“, stellt der St. Pöltner Bezirkshauptmann Josef Kronister trocken fest. Ein Teil der Leute habe sich nicht an die Vorgaben zur Eindämmung der Virusausbreitung gehalten: „Es war klar und unvermeidlich, dass ein harter Lockdown kommt.“

Das Contact Tracing sei mittlerweile grenzwertig, hält Kronister fest: „Wir haben praktisch alle Ressourcen vom Haus plus Soldaten plus zusätzliches Personal im Einsatz.“
Ansteckungsquellen zu erforschen gelinge zusehends weniger: „Im ersten Lockdown war es relativ klar, da sind die Leute vom Skiurlaub heimgekommen oder haben sich im Fitnessstudio angesteckt, da konnte man es noch relativ genau sagen. Jetzt wissen es die Leute vielfach nicht.“ Das sei auch nicht verwunderlich, denn die Ausgangsbeschränkungen am Abend seien im „Lockdown light“ zwar gut eingehalten worden, aber tagsüber war ja alles offen, und da wurden nicht alle Regeln befolgt: „Die Mindestabstände haben bei Gott nicht alle Leute eingehalten.“

Jetzt gehe es darum, die weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern, damit die Intensivstationen nicht überlastet werden: „Wenn jemand einen Unfall hat und ein Intensivbett braucht, hat er sonst schlechte Karten“, so Josef Kronister.