Das Radfahren ist im Trend. Bedingt durch die Coronakrise wird wieder öfter geradelt. Auch E-Bikes sind heuer gefragt.

Von Christine Hell. Erstellt am 24. Juni 2020 (04:03)
Christoph Pohl und Franz Burgstaller im „Pohl-Bikes“ in Neulengbach.
Christine Hell

„Während der Pandemie hatte ich mein Geschäft in Neulengbach geschlossen“, erzählt Christoph Pohl. Schlimm sei es gewesen, denn große Geschäfte, wie Hofer oder Metro hielten offen und machten das Ostergeschäft mit Fahrrädern für groß und klein, Rollern & Co, sagt der Geschäftsinhaber. Aber gleich nach dem Aufsperren am 15. April ist das Geschäft gut gelaufen, besonders bei den Elektro-Fahrrädern. „Ich habe gemerkt, dass durch den Lockdown im Zuge der Coronapandemie das lokale Denken beim Einkauf wesentlich besser geworden ist“, sagt Christoph Pohl.

Dass die Nachfrage nach E-Bikes nahezu ungebrochen ist, berichtet auch Josef Rath. Der Betreiber von „J.R.s Bike“ in Ollersbach ist auch sehr zufrieden mit der Werkstätten-Auslastung: „Diese kommt beinahe an die Auslastung der Jahre zuvor heran.“

Der Radclub Neulengbach musste die geplante Befahrung des Iron Curtain Trails im Waldviertel in den Herbst verschieben. Beim Mountainbike Rennen in Mechters 2019 war der RC dabei.
privat

Ganz auf eigene Muskelkraft wird beim Radclub Neulengbach gesetzt. „Radrennfahrer gibt es in Neulengbach und Umgebung schon seit vielen Jahrzehnten, der Verein wurde in seiner heutigen Form aber erst 1994 gegründet“, berichtet Franz Leodolter. Er ist der Obmann des Vereines mit beachtlichen 135 Mitgliedern. „Es sind einige Nachwuchsfahrer dabei, aber auch einige Mitglieder, die schon den 80. Geburtstag gefeiert haben“, berichtet der Obmann. Gemeinsame radsportliche Aktivitäten, Trainingsausfahrten an drei Tagen pro Woche, mehrtägige Ausflüge und die Teilnahme an verschiedenen Rennen stehen auf dem Programm, wie auch eine jährliche Trainingswoche in Mallorca. Rennradler und Mountainbiker halten sich dabei zahlenmäßig ungefähr die Waage. „Ein Highlight war eine Rennradausfahrt von Neulengbach nach Venedig in vier Tagesetappen“, berichtet Leodolter.

„Eingebremst“ in der Coronakrise

Die Corona-Zeit brachte auch für den Radclub massive Einschnitte, erklärt der Obmann, „entsprechend den Regelungen und Empfehlungen der Bundesregierung und Gesundheitsbehörden wurden alle gemeinsamen Aktivitäten für lange Zeit unterbrochen und in der ersten kritischen Zeit die Mitglieder auch dazu aufgerufen, generell auf längere Trainingsfahrten im Freien zu verzichten.“

Zu den begeisterten Freizeitradlern zählt Maria Rigler. Gemeinsam mit ihrem Mann hat sie bereits eine kleine Tour geplant: „Es geht auf den Murtalradweg“, freut sie sich. Radln in die Arbeit würde sie liebend gerne, sagt die Neulengbacher Stadträtin, aber das ist angesichts der Entfernung schwierig: „Ich pendle zwischen Neulengbach und St. Pölten und habe doch viele Termine wahrzunehmen, alles mit dem Bike zu bestreiten, würde sich nicht ausgehen.“ Rigler kann beim Radfahren wunderbar abschalten, und sie genießt die sportliche Herausforderung in der freien Natur. Sie sei zwar keine Rennradfahrerin, so Rigler, „aber an einem Tag von Mariazell nach Neulengbach zu radeln, habe ich schon geschafft.“

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