Die Blut-Reserven werden knapp. Rotes Kreuz hat Kampagne gestartet und setzt vor allem auf die Jugend.

Von Renate Hinterndorfer. Erstellt am 25. Juni 2019 (03:25)
Rotes Kreuz Neulengbach
„Blutspenden ist eine Tat der Mitmenschlichkeit“ ist für den Neulengbacher Rot-Kreuz-Mitarbeiter Herbert Vogl klar. Seit er 18 Jahre alt ist, geht er regelmäßig zum Blutspenden.

 Alle 90 Sekunden wird in Österreich eine Blutkonserve benötigt. Doch nur 3,65 Prozent der Bürger, die in Frage kommen, spenden Blut. Anlässlich des Weltblutspendetags wird wieder verstärkt zum Mitmachen aufgerufen.

Der Neulengbacher Herbert Vogl braucht solche Aufrufe nicht: Der 60-Jährige war im Alter von 18 Jahren zum ersten Mal Blutspenden und hat bis jetzt insgesamt 61 Mal seinen wertvollen Lebenssaft zur Verfügung gestellt.

Wie kam es dazu? „Ich bin seit 1976 beim Roten Kreuz und im Zuge dieser Tätigkeit bin ich mit dem Blutspenden in Kontakt gekommen“, erzählt Herbert Vogl. Außerdem sei das bei ihm in der Familie gelegen: „Meine Eltern waren auch fleißige Blutspender.“

Vor allem junge Blutspender sind knapp, deshalb hat das Rote Kreuz reagiert und die neue Online-Plattform www.gibdeinbestes.at gestartet. „Über diese Plattform können alle, die mit ihrer Blutspende Leben retten wollen, mit uns in Kontakt treten“, berichtet Gerald Schöpfer, Präsident des Österreichischen Roten Kreuzes. Außerdem gibt es ein Sommer-Gewinnspiel für Spender, die neue Spender werben.

Auch Herbert Vogl engagiert sich dafür, dass junge Menschen bereit sind, Blut zu spenden. In seiner Funktion als Jugend-Rot-Kreuz-Referent in der HTL St. Pölten hat er Informationsgespräche mit Schülern initiiert. Die Spenderzahlen seien seither extrem angestiegen, freut sich Vogl: „40 Prozent aller Jugendlichen, die alt genug zum Blutspenden sind, machen mit. Heuer haben wir die 5000. Blutspende in der HTL gehabt.“

„Blut ist das einzige Medikament, das nicht künstlich hergestellt werden kann“

Auch beim Roten Kreuz Neulengbach bemüht man sich, junge Menschen für die Spende ihres Lebenssaftes zu gewinnen. Drei Blutspendeaktionen pro Jahr gibt es im BORG. „Durchschnittlich kommen etwa 140 bis 150 Leute. Man merkt in letzter Zeit einen leichten Anstieg“, berichtet Rot-Kreuz-Bezirksstellenleiter-Stellvertreter Daniel Rauchecker. Er weist auf die Wichtigkeit des Themas hin: „Blut ist das einzige Medikament, das nicht künstlich hergestellt werden kann.“

Gerade junge Menschen hätten aber oft eine Hemmschwelle: „Manche gestehen, dass sie Angst vor der Nadel haben, andere sind sich nicht sicher, wie es ihnen nachher geht.“ Rauchecker verweist auf die Vorteile des Blutspendens: „Blutgruppe und Rhesusfaktor werden kostenlos bestimmt, bei Verdacht auf Krankheiten wird man informiert, und außerdem gibt es bei uns Getränke und einen Imbiss.“

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