Diesel-Debatte: Autofahrer sind verunsichert. Zahlen sind etwas rückläufig. Diskussion wird für völlig überzogen gehalten.

Von Daniel Lohninger und Renate Hinterndorfer. Erstellt am 29. August 2017 (05:31)
Shutterstock/Ronni Olsson

Die Diskussion um den Schadstoffausstoß von Dieselfahrzeugen hat Folgen: Im Bezirk St. Pölten-Land sank bei den Neuzulassungen der Anteil der Dieselautos von 56,4 auf 47,6 Prozent, in der Stadt St. Pölten von 54,5 auf 51,2 Prozent,

Viele Kunden steigen bereits auf Benzin um

Michael Steinhauser vom Nissan Autohaus in Asperhofen stellt eine Verunsicherung bei den Kunden fest. Und: „Mehr als 50 Prozent steigen von Diesel auf Benzin um.“

Die Konsumenten seien durch die Politik verunsichert: „Die Politik redet über etwas, wovon sie null Ahnung hat. Die Kunden wissen nicht, was auf sie zukommt und ob der Diesel vielleicht höher besteuert wird.“ Der Schadstoffausstoß von Flugzeugen oder Containerschiffen interessiere keinen: „Das sind schwerwiegende Sachen, darüber redet niemand. Auf die kleinen Autofahrer geht man los.“

„Auf die kleinen Autofahrer geht man los.“ Michael Steinhauser ist verärgert über die Diesel-Debatte

„Die Verunsicherung der Autofahrer ist groß und die Regierung verstärkt das mit unbedachten Aussagen noch“, erklärt Manfred Raab vom ARBÖ-Prüfzentrum. Dabei seien moderne Diesel-Motoren umweltfreundlicher als ihr Ruf. Ähnlich sieht das ÖAMTC-Cheftechniker Max Lang, der vor allem die Einführung von Diesel-Fahrverboten in Städten fürchtet: „Es reicht, wenn eine deutsche Stadt wie München dieses Verbot erlässt – dann bricht der Markt ein.“ Insgesamt sei die Debatte völlig überzogen.

„Die Leute sind vorsichtiger, es werden aber jetzt nicht mehr Benziner gekauft.“

Erich Hindel, Verkaufsleiter bei der Firma Figl in Neulengbach, kann keinen Einbruch beim Verkauf von Dieselfahrzeugen feststellen: „Die Leute sind vorsichtiger, es werden aber jetzt nicht mehr Benziner gekauft.“ Firmen würden sowieso bei Dieselfahrzeugen bleiben, und Privatpersonen, die viele Kilometer fahren, würden auch weiterhin zum Diesel tendieren. Hindel ist überzeugt: „Diesel kann man nicht einfach abdrehen. Auch die nächsten 20 Jahre wird es Diesel geben.“

VW-Kunden seien von den Software-Updates nicht begeistert, so Hindel: „Wir haben einige VW-Fahrer, die auf Peugeot umgestiegen sind, weil sie der Sache nicht vertrauen.“

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