Brand-Laaben , Altlengbach , Neustift-Innermanzing

Erstellt am 18. September 2018, 04:19

von Christine Hell

"Elterntaxis" sorgen immer wieder für Chaos. Viele Eltern bringen ihre Kinder mit Auto zur Schule. Das sorgt auf für Probleme im Straßenverkehr.

Ein kurzer Schulweg ist Kindern zuzutrauen.  |  Shutterstock.com/Sasenki

In Niederösterreich wird jedes fünfte Kind bis zum 14. Lebensjahr laut dem Verkehrsclub Österreich von den Eltern selbst zur Schule gebracht. Diese „Elterntaxis“ sorgen Tag für Tag für mehr oder weniger Probleme vor den Schulgebäuden, neben nervenaufreibendem Verkehrschaos werden dadurch auch Schüler in Gefahr gebracht.

„Die Polizei ist ab und zu präsent, um Eltern daran zu hindern, die Einbahnregelung auf der Zufahrt zur Volksschule in Altlengbach zu missachten“, erzählt Direktorin Karin Scheibelreiter. Die Direktorin für die Volksschulen in Brand-Laaben, Altlengbach und Neustift-Innermanzing berichtet weiter: „Kinder sollten über die Kirchenstiege zur Altlengbacher Volksschule gelangen und Eltern sollten das Fahrverbot auf dem Schulberg einhalten, damit die Kinder, die auf diesem richtigen Schulweg zur Schule unterwegs sind, nicht gefährdet werden.“ Besonders bei Regen oder Schneefall seien die „Elterntaxis“ aber nicht davon abzuhalten, die Einbahnregelung zu missachten, so die Direktorin.

Verkehrsregeln werden gerne von "Elterntaxis" missachtet

Vor der Volksschule Neustift-Innermanzing funktioniere es mehr oder weniger gut, so Karin Scheibelreiter, „immer wieder kommt es aber in Stoßzeiten zu Stau vor dem Schulgebäude.“

Auch in Maria Anzbach sind „Elterntaxis“ ein leidiges Thema: „Es ist wirklich ein Problem, dass viele Eltern die Kinder nicht am Parkplatz, sondern direkt vor der Schule aus dem Auto steigen lassen“, seufzt Direktorin Ursula Vizdal, die Straße als Zufahrt zum Bahnhof sei sehr stark frequentiert und es gäbe als gute Alternative auch zwei Parkplätze.

Beim Elternabend habe sie dieses Thema angesprochen, berichtet Vizdal, und sie stellt klar: „Man kann einem Kind schon ein bissl Fußweg zutrauen. Wer unbedingt möchte, kann das Kind ja zu Fuß bis zur Schule begleiten.“ Momentan funktioniere es insgesamt ganz gut, so Vizdal, aber sie hat Bedenken: „Bei Regen oder Schneefall wird das sicher wieder zum Chaos werden.“

„Kinder gehen immer seltener zur Fuß“

Bezirkspolizeikommandant Gerhard Pichler spricht von einem Teufelskreis: „Es wird leider immer seltener, dass Kinder zu Fuß in die Schule gehen. Dadurch nimmt der Verkehr zu. Weil aber der Verkehr zunimmt, trauen sich viele Eltern nicht, ihre Kinder in die Schule gehen zu lassen.“ Er spricht sich auch dafür aus, dass sich Eltern ihrer Vorbildwirkung bewusst sein sollten, denn „niemand wird so kopiert wie der Elternteil.“

Ganz gut funktioniert der Bring- und Abholdienst der Kinder in der Volksschule Neulengbach: Viele Schüler kommen zur Volksschule per Schulbus zum Unterricht, etwa ein Drittel aller Schüler werden von den Eltern oder Großeltern mit dem Auto gebracht. Dadurch, dass gegenüber dem Gasthaus „Schmankerl“ in der Wienerstraße „Elternparkplätze“ zum kurzen Halten eingerichtet wurden und die Kinder von dort sicher durch einen Durchgang zum Schulhaus gelangen, komme es nur bei Regen oder Zeugnisverteilung und in der ersten Schulwoche zu kleineren Problemen, berichtet Direktorin Ulrike Szemelliker, „es ist nicht so tragisch.“

Gar kein Problem stellen die „Elterntaxis“ in Brand-Laaben und in Kirchstetten dar: „Bei uns gibt es eine relativ gute Zufahrt auf einem Seitenarm der Hauptstraße, wo auch wieder gut weggefahren werden kann“, berichtet etwa Direktorin Karin Scheibelreiter zur Volksschule Brand-Laaben. Auch in Kirchstetten gibt es keine Schwierigkeiten: „Der Großteil unserer Volksschüler kommt mit dem Schulbus zum Unterricht“, stellt Direktorin Michaela Gastecker zufrieden fest. Es stehe ein Parkplatz mit mindestens 20 Parkplätzen zur Verfügung, so die Direktorin, die dankbar für die sehr gute Lage ist: „Es funktioniert bei uns so gut, weil einfach der Platz dafür da ist.“

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