Grippewelle: „Impfung hilft jetzt noch“. 300 Patienten gibt es derzeit in Stadt und Bezirk. Ärzte raten zu Hygienemaßnahmen. Von Birgit Kindler und

Von Christine Hell. Erstellt am 03. Januar 2017 (05:54)
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Hochbetrieb herrscht derzeit in Apotheken und Arztordinationen, denn zu den Urlaubssperren einzelner Ordinationen praktischer Ärzte kommt die diesmal früher „aufflammende“ Grippewelle.

„Mittel gegen Halsschmerzen und Husten sind im Winter immer sehr gefragt“, berichtet Michael Schnattinger von der „Apotheke zum Wienerwald“ in Neulengbach. Aber auch vorbeugende und immunstärkende Mittel werden gerne gekauft. Auch Impfstoff gegen die echte Influenza sei noch gefragt, allerdings gebe es teilweise Lieferengpässe. Es sei auch jetzt noch ratsam, sich gegen die echte Grippe impfen zu lassen, so Michael Schnattinger, der vor allem älteren Menschen und chronisch Kranken die Impfung sehr ans Herz legt.

Wie wappnet sich das Apotheken-Team, das tagaus und tagein mit Kranken im Kontakt ist, gegen Erkrankungen? „Unsere Damen halten sich wacker, ihre Immunabwehr ist auch durch den dauernden Kontakt mit einer Vielzahl von Erregern sehr gestärkt. Aber auch durch ausgewogene Ernährung, gezielte Einnahme von Vitaminpräparaten und Sonnenhut wird ihre Abwehr gestärkt“, erklärt Michael Schnattinger.

Grippewelle dieses Jahr früher angelaufen

Husten, Schnupfen, Heiserkeit und Fieber – 298 Personen liegen derzeit mit diesen Symptomen in Stadt und Bezirk im Bett. Heuer ist die Grippewelle früher angelaufen, denn 2015 waren zur selben Zeit nur 176 erkrankte Personen bei der Niederösterreichischen Gebietskrankenkasse gemeldet. Im Universitätsklinikum St. Pölten merkt man derzeit noch nichts von der Grippewelle: „Wir können keine Steigerung des Patientenaufkommens aufgrund von Grippe beziehungsweise Grippesymptomen verzeichnen“, so Thomas Wallner vom Uniklinikum. Allerdings ist laut Wallner auch der Hausarzt im Falle einer Grippe die erste Anlaufstelle.

Dennoch könnte sich die Zahl nach den Weihnachtsferien deutlich erhöhen: „Die Häufung der Erkrankungen wird man in den Arztpraxen und im Krankenhaus vor allem nach den Ferien bemerken. Denn auch die Kinder tragen wesentlich zur Verbreitung der Grippe bei“, weiß Florian Fiedler, Ärztevertreter in der Stadt St. Pölten.

Grippalenr Infekt wir d oft als echte Grippe interpretiert

Viele Menschen verwechseln einen grippalen Infekt allerdings mit der echten Grippe oder Influenza. „Typisch für die echte Grippe, einer Erkrankung der Atemwege, ist ein schlagartiger Beginn mit trockenem Husten, Kopf- und oft auch Halsschmerzen, Abgeschlagenheit, Schüttelfrost und ein allgemeines Krankheitsgefühl“, erklärt Fiedler. „Wichtig ist, bei neuerlich ansteigendem Fieber ab dem dritten Krankheitstag an eine zusätzliche bakterielle Infektion zu denken. Hier ist ärztliche Expertise gefragt.“

Schützen kann man sich laut Fiedler am besten durch Impfung. Eine Ansteckung vermeiden kann man durch regelmäßiges Händewaschen mit Wasser und Seife. Außerdem rät der Mediziner: „Halten Sie sich beim Niesen ein Papiertaschentuch vor Mund und Nase und entsorgen Sie es nach Gebrauch. Wichtig ist auch Augen, Nase und Mund nicht zu berühren – denn die Eintrittspforte der Viren sind unsere Schleimhäute.“

Noch nicht erkrankte, aber infizierte Personen seien ein bis zwei Tage vor Symptombeginn ansteckend. „Daher ist Händehygiene und Vermeiden von Berührung von Augen, Nase und Mund in der Grippezeit sinnvoll“, so der Arzt.

Bettruhe und Schonung sind angesagt

Eine richtige Grippe dauert sieben bis 14 Tage. „Man sollte Bettruhe einhalten und sich 14 Tage schonen – so lange man sich nicht richtig gesund fühlt.“ Für die echte Grippe gebe es Medikamente, die, wenn sie früh eingesetzt werden, die Krankheitsdauer um einen halben bis eineinhalb Tage verkürzen können. „Sonst helfen Ruhe, Schonung und symptomlindernde Maßnahmen wie ausreichend Flüssigkeitszufuhr und fiebersenkende Medikamente.“

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