„G‘sundheit“ mit Most: Dürftige Ernte, aber tolle Qualität

Eifrig wurden auch in der Region Wienerwald Birnen und Äpfel gepresst, jetzt lagert der vergorene Saft in den Kellern.

Erstellt am 28. November 2021 | 05:14
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Walter Widmanns Säfte, Moste und Fleischwaren werden auch von Alfred Anderlik (r.) sehr geschätzt.
Foto: Christine Hell

Um die Zeit des Leopolditags startet die Jungmostzeit. Speziell im Mostviertel ist es ein alter Brauch, Verwandte einzuladen, um ihnen den besten Most vom Keller zu kredenzen.

Heuer sei der Most hervorragend geworden, ist von Andreas Ennser zu erfahren. Der Mostobstspezialist von der NÖ Landwirtschaftskammer berichtet: „Es gab zwar weniger Obst, durch den wunderbaren Herbst sind die Mostäpfel und Mostbirnen aber zu besonderer Süße herangereift.“

„Speziell die Speckbirne ist heuer ausgefallen“

Von der eher dürftigen Obstmosternte im heurigen Herbst berichten auch Walter Widmann und Burgi Praschl-Bichler.

„Speziell die Speckbirne, die zum Mischen mit anderen Birnen herangezogen wird, ist heuer ausgefallen“, sagt der Altlengbacher. Er komme mit der eingepressten Mostmenge trotzdem gut durch, weil er mit dem Heurigenbetrieb aufgehört habe. Er und seine Gattin Heidi bieten ihren Most, Säfte und Fleischwaren nur mehr ab Hof an, beziehungsweise verkaufen sie im Bauernladen „Steghof“ in Neulengbach oder Samstag vormittag am Parkplatz neben Austria-Shirt in Altlengbach.

Im Gegensatz dazu bieten Burgi und Herbert Praschl-Bichler ihren Most ausschließlich glasweise in ihrem Heurigenbetrieb an. Die Innermanzinger betreiben die Mostschank seit gut 20 Jahren auf ihrem Bauernhof an der Einfahrt zu Brand-Laaben. Circa 1.500 Liter des edlen Getränkes lagern heuer in ihren Kellern.

Die heuer dürftige Birnenernte wurde durch das gute Apfelangebot in ihren Gärten kompensiert, und damit ist für die nächste Heurigensaison gut gesorgt. Burgi Praschl-Bichler ist zufrieden, denn nur der Saisonbeginn musste um einige Wochen verschoben werden, „ansonsten ist unser Mostheurigenbetrieb trotz Corona sehr gut gelaufen.“

Wenn dieser Tage besonders oft „G’sundheit“ gewünscht wird und die Angesprochenen darauf mit einem „Sollst leben!“ antworten, dann ist das kein Hinweis auf Schnupfennasen oder Corona, sondern nur ein Zeichen dafür, dass gerade junger, frischer Most verkostet wird.