Kröten sollen besser geschützt werden. Arbeitsgruppe in der Region Wienerwald führte Zählung von Tieren durch, Amphibienzaun soll errichtet werden.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 16. Mai 2020 (03:44)
Wenn Kröten zu ihren Laichplätzen wandern, überqueren sie Straßen, dabei werden sie oft überfahren.
Engelmann

 Um zu ihren Laichplätzen zu gelangen, überqueren viele Kröten im Frühjahr die Ulmenhofstraße in Neulengbach. Viele werden von Fahrzeugen überfahren. Das soll sich in Zukunft ändern, wenn es nach Bürgerinitiative zur Erhaltung natürlicher Lebensräume und Wälder unter der Leitung von Barbara Moser und Simone Kalettka geht.

Deshalb führte die Arbeitsgruppe „Krötenwanderung Ulmenhofstrasse“ heuer erstmals eine Zählung der wandernden Kröten durch. Dabei wurden auch streng geschützte Erdkröten entdeckt. Zudem wurden Infotafeln entlang der Straße angebracht und Infozettel verteilt. Die Straßenmeisterei Neulengbach stellte Warntafeln auf. Nun geht es darum, den Lebensraum – das Wäldchen oberhalb der Ulmenhof-strasse – sowie die Laichgewässer zu schützen. Vor der nächsten Wanderung soll ein Amphibienzaun errichtet werden.

Auch Biologin Birgit Reuter liegen die Kröten am Herzen: „Obwohl alle Amphibien streng geschützt sind, geht ihre Zahl jährlich zurück. Zu groß ist der Verlust durch Straßenverkehr, einen amphibienspezifischen Pilz, der ihr Immunsystem schwächt, und durch das Verschwinden von Tümpeln und Biotopen.“ Entlang eines Feldes in Winten bei Maria Anzbach wurden 23 Erdkröten gefunden, die auf dem Weg zu ihrem Tümpel mit Jauche oder Dünger verätzt wurden. „Das wäre vermeidbar, wenn die Felder zur Wanderzeit nicht in dieser Form bearbeitet würden“, sagt Birgit Reuter.

Ihr Appell an Landwirte, Gärtner und Gartenbesitzer: „Bitte in der für Amphibien so sensiblen Zeit nicht düngen, nicht spritzen und keine Jauche ausbringen. Genauso wie Insekten brauchen wir auch unsere Amphibien.“