Lasst die Sonderschulen leben. Gemeinden der Region und NÖAAB sprechen sich für Erhalt dieses Schultyps aus.

Von Renate Hinterndorfer. Erstellt am 27. Juni 2017 (05:39)
NOEN, privat
Bürgermeister Franz Wohlmuth, Schulausschussobmann Franz Wagner, Landtagsabgeordneter Martin Michalitsch und Nationalratsabgeordneter Fritz Ofenauer mit den Kindern, Pädagogin Doris Deix und Direktorin Gertraud Bauer-Fitz im Sonderpädagogischen Zentrum.

„Es ist wirklich auffällig, in welch guter und ruhiger Atmosphäre hier gearbeitet und Integration gelebt wird“, zeigt sich Landtagsabgeordneter Martin Michalitsch beeindruckt vom Sonderpädagogischen Zentrum St. Christophen: „Aus meiner Sicht ist das eine ganz ideale Schulform.“

Im Bildungsministerium gibt es Pläne, die Sonderschulen mittelfristig abzuschaffen und die dort unterrichteten Kinder in Zukunft in „inklusiven Mittelschulen“ zu betreuen. Anlässlich der derzeit stattfindenden Verhandlungen zur Bildungsreform haben die Bürgermeister der Gemeinden der Wienerwald Initiativ Region in der Vorstandssitzung eine Resolution verabschiedet. Das Bundesministerium für Bildung wird aufgefordert, geeignete Maßnahmen zu treffen, dass die Inklusion gefördert, der Erhalt der Sonderschulen jedoch weiter sichergestellt wird.

Initiative für den Erhalt der Sonderschulen

Michalitsch hält fest: „Das Bildungssystem in Niederösterreich setzt erfolgreich auf zwei Varianten der individuellen Förderung. Einerseits besuchen körper- und sinnesbehinderte Kinder und Jugendliche seit Jahren allgemeine Schulen und werden dort inklusiv unterrichtet, andererseits sind einige Schülerinnen und Schüler aufgrund ihrer Beeinträchtigung nicht in der Lage, dem Unterricht in den größeren Schülergruppen der Regelschule zu folgen. Gerade für sie bieten die verschiedenen Formen von Sonderschulen das richtige Lernumfeld für die persönliche und schulische Weiterentwicklung.“

Die derzeitige Diskussion um die Abschaffung der Sonderschulen mache Eltern, Schulpsychologen und Pädagogen Sorge. Der Landtagsabgeordnete hält fest: „Inklusion soll dort geschehen, wo es möglich und sinnvoll ist. Es gibt aber auch Fälle, wo es für Kinder besser ist, wenn es für sie eine spezielle Schule gibt.“

Auch der NÖAAB-Bezirk St. Pölten hat eine Initiative für den Erhalt der Sonderschulen gestartet. 1.235 Unterschriften für den Weiterbestand dieses Schultyps wurden im Bezirk St. Pölten gesammelt. Der Wunsch des NÖAAB: „Inklusion ermöglichen, aber auch Sonderschulen erhalten, um die individuelle Förderung zu ermöglichen.“