Neuer Stufenplan: „Müssen alle unseren Beitrag leisten“. Veranstalter in der Region Wienerwald sind auf Stufenplan vorbereitet. In der Nachtgastronomie wünscht man sich allerdings bei Zusammenkünften eine klarere Linie.

Von Christine Hell, Max Steiner und Beate Riedl. Erstellt am 15. September 2021 (04:00)
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St. Christophens Theaterei-Chefin Christa Berger ist für alle Eventualitäten gewappnet.
Hell

Mit heute, Mittwoch, treten in Österreich schärfere Corona-Maßnahmen in Kraft. Die Regeln des neuen Stufenplans sind abhängig von der Auslastung der Intensivbetten in den Spitälern.

Die Stufe 1, die ab sofort gültig ist, bringt zum Beispiel eine Verschärfung der 3G-Regel mit sich. Diese gilt jetzt bei Zusammenkünften ab 25 Personen. Vorher lag die Grenze bei 100. In der Theaterei sieht Christa Berger den neuen Maßnahmen aber relativ gelassen entgegen. „In meiner Theaterei in St. Christophen habe ich bisher schon die 3G-Regel beachtet, obwohl ich das mit höchstens 100 zur Verfügung stehenden Sitzplätzen gar nicht machen hätte müssen“, sagt Berger.

„Es ist schade, dass mit zweierlei Maß gemessen wird.“ Andreas Brandstetter

Darüber hinaus hat die Theaterei-Chefin bereits im September des Vorjahres beim Roten Kreuz in Wien den Lehrgang zur Corona-Beauftragten absolviert und damals auch gleich ein Präventionskonzept für ihren Betrieb erstellt. „Ich bin für alle Eventualitäten gewappnet“, sagt Berger. Auch Monika und Karl Hintermeier von der Bühne im Gericht in Neulengbach hatten bisher strengere Regeln, als notwendig.

„Unabhängig davon ob es rechtlich gerade gefordert ist, haben wir die Tickets mit den üblichen Abständen zwischen den Besuchergruppen aufgelegt. Wir merken einfach, dass es für viele noch schwer vorstellbar ist, in einem vollen Saal zu sitzen“, ist das Paar sich einig. Die Regelungen führen zwar zu finanziellen Einbußen und zu einem höheren organisatorischen Aufwand, in der Bühne im Gericht, ist man aber überhaupt froh, offen haben zu dürfen. „Wir müssen eben alle unseren Beitrag zur Bekämpfung dieser Pandemie leisten. Wir freuen uns, dass Kultur stattfinden darf – daher halten wir uns auch gerne an die Spielregeln“, sagen Monika und Karl Hintermeier.

Getestete Personen fallen als Gäste weg

Schwierig wird der neue Stufenplan allerdings für Andreas Brandstetter, Betreiber des Till in Neulengbach und der Disco LaBoom in St. Pölten. Denn mit Stufe 2 des neuen Plans gilt in der Nachtgastronomie und bei Veranstaltungen ohne zugewiesene Sitzplätze mit mehr als 500 Personen eine 2G-Regel. Das heißt, dass der Zutritt nur noch geimpften oder genesenen Personen erlaubt ist. Für Brandstetter ein herber Schlag: „Im LaBoom ist das Verhältnis ca. 70 Prozent Geimpfte, 30 Prozent Getestete. Die 30 Prozent würden dann natürlich fehlen“, so Brandstetter.

Noch schwieriger sei es in ländlichen Gegenden, wie in Neulengbach. Da würde man 60 bis 70 Prozent der Kunden verlieren. Zudem müsse es klare Maßnahmen für alle Zusammenkünfte geben. Brandstetter versteht nicht, warum es in der Nachtgastronomie für den Zutritt eine 2G-Regel gibt, während für Zeltfeste in der Nachbarschaft ein 3G-Nachweis reicht. „Es ist schade, dass mit zweierlei Maß gemessen wird“, so der Lokalbetreiber. Für die Öffnung des Till in Neulengbach gebe es einen Plan für den Spätherbst. Ob dieser sich umsetzen lässt, hänge aber von der neuen Verordnung ab.

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