Regale in Geschäften waren leer. Vor dem Wochenende herrschte Hochbetrieb in den Läden der Region um Neulengbach.

Von Christine Hell, Andrea Stoiser und Renate Hinterndorfer. Erstellt am 17. März 2020 (04:06)
Der Neulengbacher Stadtgreißler Georg Brutschy stellt eine Verunsicherung bei den Kunden fest.
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Sah man Kunden noch vor wenigen Tagen im reichen Angebot stöbern und Aktionen suchen, so war am Freitag blitzartig alles anders: Jetzt wird genommen, was noch da ist, lautete in manchen Geschäften die Devise.

Das meiste Interesse galt den Nudelpackerln und den Reiskartons. Aber auch die Gemüse- und Obstregale waren in manchen Supermärkten beinahe leer, zum Beispiel bei den Unimärkten im Laabental und in Maria Anzbach.

Stadtgreißler Brutschy sieht Situation eher entspannt

„Bei uns wird der Markt geplündert. Leere Regale wohin das Auge reicht, Schlangen an den Kassen“, berichtet ein Maria Anzbacher. Auch in den Supermärkten in Neulengbach und Eichgraben wurde viel eingekauft. „So, das ist jetzt der letzte Vorrat“, sagte eine Verkäuferin beim Einschlichten von Butterpackerln.

Auch WC-Papier wurde in rauen Mengen heimgetragen, sodass es mancherorts kurzfristig zu einem Engpass kam. „Da in Neulengbach Klopapier teilweise ausverkauft war, kamen viele Neulengbacher zu uns nach Innermanzing ins Geschäft, um sich mit Klopapier einzudecken“, berichtet AdegChefin Grete Piller. Insgesamt seien die Lager gut gefüllt, und die Nachlieferung funktioniere, erklärt sie.

Etwas mehr als sonst wurde beim Neulengbacher Stadtgreißler Georg Brutschy gekauft. „Man merkt schon, dass die Leute ein bissl mehr holen. Hamsterkäufe werden aber nicht beim kleinen Greißler gemacht, sondern in den Supermärkten“, weiß Brutschy.

Die Großmärkte seien bei gewissen Warengruppen teilweise am Limit. Wenn es zu wirklichen Hamsterkäufen komme, werde es sicher Engpässe geben, so Brutschy.

Er selbst sieht die Situation eher entspannt, insgesamt sei aber eine gewisse Verunsicherung zu merken: „Durch die permanente Information werden auch die Leute, die das Ganze früher belächelt haben, jetzt nachdenklicher. Corona kommt näher, und die Leute beschäftigen sich schon sehr mit dem Thema. Das ist ja eine Situation, die wir noch nicht gehabt haben.“

Geschäfte bieten jetzt verstärkt Lieferdienste an, so auch Nah&Frisch in Kirchstetten oder Adeg in Innermanzing: „Bürgermeisterin Irmgard Schibich hat mich gebeten, ob wir diesen Kundendienst für die Bevölkerung in dieser Krisenzeit durchführen können“, berichtet Grete Piller.

Am Freitag war die Obst- und Gemüseabteilung auch im Unimarkt im Laabental leer. Hell
Christine Hell

Die Laabener Greißlerin Sabine Schweiger erinnert an ihre „Not und Brot BOX“, die vor einigen Monaten eingerichtet wurde und rund um die Uhr zur Verfügung steht.

Die Gemeinde Eichgraben informiert auf der Homepage und in den sozialen Medien über Angebote, die neben dem Billa zur Sicherung der Grundversorgung beitragen. „Die Corona-Krise wird vielen unserer Unternehmen schwer zusetzen“, stellt Bürgermeister Georg Ockermüller fest. Sein Appell: „Wir alle können dem ein wenig entgegenwirken, in dem wir örtlich einkaufen, vielleicht in dieser Zeit etwas mehr als sonst.“