Reserviert: Bei Absage bezahlen?. Was in Städten üblich ist, ist auf dem Land schwierig.

Von Renate Hinterndorfer und Christine Hell. Erstellt am 19. März 2019 (03:53)
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Für Johann Messerer von der Seebachstube in Neulengbach sind Stornogebühren kein Thema: „Ich kann einen reservierten Tisch an andere Gäste weitergeben und habe somit keinen Schaden.“

Ein Tisch für 20 Personen war am Sonntag der Vorwoche im Gasthaus Messerer in Neulengbach reserviert. Die Gäste kamen nicht. Eine Stornogebühr mussten sie nicht zahlen. Chef Johann Messerer: „Wir haben kurz gewartet und dann den Tisch für andere Gäste hergegeben. Wir haben ja keinen Schaden, weil wir den Tisch so auch vollbekommen.“

Probleme bei Reservierungen gibt es in Messerers Seebachstube ohnehin ganz selten: „Wenn, dann rufen die Leute vorher an. Ich habe gehört, dass Stornogebühren in Wien teilweise üblich sind. Aber für mich steht das nicht zur Diskussion. Darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht.“

„Wir haben kurz gewartet und dann den Tisch für andere Gäste hergegeben. Wir haben ja keinen Schaden, weil wir den Tisch so auch vollbekommen.“

Etwas anders stellt sich die Situation im Lengbachhof in Altlengbach dar. Hausherr Johann Böswarth berichtet: „Bei Veranstaltungen ist das schon sehr problematisch. Bei größeren Gesellschaften gibt es oft Ausfälle bis zu zehn Prozent. 100 Gäste sind angemeldet, 90 kommen. Gedecke, Buffet, Personal sind aber für 100 Leute kalkuliert.“ Böswarth versucht daher, die Kunden dahin zu bringen, dass sie bis wenige Tage vor der Veranstaltung eine Garantiezahl bekanntgeben. „Das ist dann die Basis für die Rechnungslegung“, so Böswarth.

Bei kleineren Runden gibt es ganz selten Probleme mit Reservierungen: „Bei Erstkommunionfeier, Firmungen oder Tauffeiern ist es sehr unwahrscheinlich, dass es Absagen gibt.“ Während es in Restaurants in Städten gang und gäbe sei, dass Stornogebühren verrechnet werden, sei das im ländlichen Raum ein Problem, weiß Böswarth, und man bemühe sich immer um eine Kulanzlösung zum Vorteil der Kunden. „Wenn ein Stammkunde absagt, wird es Argumente geben, da wird man einen Kompromiss finden.“

„Und wenn jemand einen Tisch bestellt hat, aber plötzlich erkrankt ist und deshalb nicht kommen kann, dann sieht man das ein und hat Verständnis dafür.“

Probleme mit Reservierungen sind auch im „Das Steinberger“ in Altlengbach die Ausnahme. „Wir verrechnen keine Stornogebühren“, sagt Martina Steinberger, es passiere relativ selten, dass reservierte Plätze frei bleiben, so die Chefin des Restaurant- und Hotelbetriebes. „Und wenn jemand einen Tisch bestellt hat, aber plötzlich erkrankt ist und deshalb nicht kommen kann, dann sieht man das ein und hat Verständnis dafür.“ Ganz anders sei das, wenn eine ganze Hochzeitstafel mit 50 Gästen oder mehr „ins Wasser fällt“, und das noch dazu ganz kurzfristig.

„In diesem Fall stellen wir natürlich Stornokosten in Rechnung, weil solche Termine ja bereits ein Jahr vorher fixiert wurden und dafür meist ein Gesamtpaket gebucht wurde“, sagt Martina Steinberger. Aber so ein Ausfall sei bisher so gut wie nie passiert. Und auch hier wieder der Nachsatz: „Wenn ein tragisches Ereignis der Grund für die Absage ist, sehen wir natürlich von Stornokosten ab und versuchen, das Fest auf einen späteren Termin zu verschieben.“

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