Soziale Medien im Fokus. Auf WhatsApp und Facebook soll in der Schulkommunikation verzichtet werden. Was sagen Direktoren und Eltern dazu?

Von Renate Hinterndorfer und Beate Riedl. Erstellt am 27. November 2018 (03:16)
Für viele ist das Smartphone der beste Freund
APA (AFP)

Seit WhatsApp gebräuchlich ist, war es auch in der neuen Mittelschule Eichgraben in Verwendung, berichtet Direktor Helmut Peter: „Teilweise ist es das immer noch, aber wir sind sensibilisiert durch die Datenschutzgrundverordnung.“ Peter ist der Meinung, dass man sich neuen Kommunikationsmitteln nicht verschließen sollte: „Sie sind praktisch. Kollegen und Eltern schätzen sie, weil sie rasch Kontakt aufnehmen können.“ Ist zum Beispiel ein Kind krank, so können die Eltern das über WhatsApp rasch dem Klassenvorstand mitteilen.

„Die Alternative ist ein Anruf in der Schule, aber da erwischt man den Lehrer oft nicht, weil er gerade im Unterricht ist, das ist kompliziert“, führt Helmut Peter weiter aus. Dass ein gewisses Missbrauchspotential gegeben ist, ist dem Eichgrabener Schuldirektor klar. Er könne sich schon vorstellen, dass WhatsApp nicht ganz unproblematisch sei, was den Datenschutz anbelangt. Die Eichgrabener Pädagogen hoffen jetzt, dass das neue, angekündigte System praktikabel ist. Helmut Peter: „Vom Landesschulrat ist zugesagt worden, dass es ein neues Instrument geben wird, das dasselbe leistet wie WhatsApp und das das Problempotential minimiert.“

Auch an der Neulengbacher Mittelschule hat man Erfahrungen mit WhatsApp, berichtet Direktorin Gabriele Ettmayer: „Es wird teilweise genutzt, ist aber nicht gang und gäbe. Kollegen, die davon begeistert sind, nutzen es teilweise, das sollte sich jetzt aber aufhören.“ An der Schule gab es bereits Vorträge zum Thema „Safer Internet“, erzählt Ettmayer: „WhatsApp ist keine gesicherte Plattform. Man schickt auch andere Daten, das ist das Gefährliche, das wissen viele vielleicht nicht.“ Die Neulengbacher Mittelschuldirektorin hofft, dass bald entschieden wird, welche Anwendung gekauft wird, über die Schulvertreter mit Eltern in Zukunft in gesicherter Form kommunizieren können. Auch den Facebook-Auftritt der Schule werde man sich anschauen müssen. „Bis jetzt hat es aber keine Schwierigkeiten gegeben“, weiß Ettmayer.

„Kommunikation über das Papier“

Rudolf Raberger, Direktor der Mittelschule Laabental, steht der digitalen Kommunikation positiv gegenüber, aber in der Schule „erfolgt Kommunikation über das Papier.“ Denn wenn mit den Eltern digital kommuniziert werde, „entlasse ich die Kinder aus ihrer Verantwortung. Die Kinder werden quasi übergangen. Sie sollen aber Verantwortung übernehmen, das halte ich für wichtig.“ WhatsApp, Facebook und Apps werden daher das Papier nicht ersetzen, da auch nicht alle Eltern mit diesen Programmen vertraut sind.

Vorwiegend per E-Mail oder über die Software „eduflow“ wird im BORG Neulengbach mit den Eltern kommuniziert. Social Media werde natürlich auch in der Schule verwendet, „aber nicht, um unterrichtsrelevante Dinge zu kommunizieren“, sagt BORGDirektor Johannes Hiller. Klassen, Eltern und auch Lehrer hätten untereinander WhatsApp-Gruppen, was aber mit dem Unterricht nichts zu tun hätte. BORG-Elternvereinsobfrau Nadja Büchler sieht die Kommunikation an der Schule als gute Lösung. „Per Link sind alle Infos abrufbar, damit ist sichergestellt, dass alles auch zu den Eltern kommt.“ Der Elternverein selbst kommuniziert ebenso vorwiegend per Mail, „Per WhatsApp werden keine Detailinfos ausgetauscht“, sagt Büchler.

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