Viel zu wenig Regen in der Region. Die Böden in der Region Wienerwald sind ausgetrocknet. Feuerwehr versorgt abgelegene Häuser bereits seit Herbst mit Wasser.

Von Christine Hell. Erstellt am 13. Mai 2020 (03:50)
FF-Kommandant Josef Breitenecker und Christoph Bauer vor dem Tankwagen, mit dem seit Herbst Wasser geliefert wird.
FF

Der Boden ist staubtrocken, breite Risse sind im Erdreich zu sehen. Getreide, Grünland und auch Bäume, besonders Flachwurzler wie Fichten, leiden unter der Trockenheit. Aber auch Wasserquellen, die Brunnen speisen, sind bereits sehr schwach oder versiegt. In manchen Brunnen ist kein Wasser mehr, und Feuerwehren bringen das wichtige Nass zu entlegenen Häusern, die nicht an die öffentliche Wasserleitung angeschlossen sind.
„So etwas war überhaupt noch nie der Fall“, sagt Josef Breitenecker junior.

Dass den ganzen Winter über Wasserversorgungsfahrten durchgeführt werden müssen, an so etwas kann sich der St. Christophener Feuerwehrkommandant nicht erinnern. „Wir fahren seit Herbst wöchentlich, um entlegene Häuser, die nicht an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen sind, mit Wasser zu versorgen“, berichtet der FF-Kommandant.

„So etwas war überhaupt noch nie der Fall“

Dass Feuerwehr und Wasserzulieferer derzeit sehr viel Arbeit haben, um entlegenere Gebiete mit Wasser zu versorgen, berichtet auch der Altlengbacher Bürgermeister Michael Göschelbauer. Über die Wasserleitung sei aber die Versorgung mit dem lebenswichtigen Nass sicher gewährleistet, sagt der Gemeindechef, obwohl zurzeit viel mehr Wasser verbraucht wird als sonst. Göschelbauer weiß auch wieso: „Weil viel mehr Menschen durch Corona zuhause sind.“ Das sollte sich aber wieder einpendeln, sagt der Bürgermeister, „denn, obwohl wir mit Speicher und Hochbehälter über sehr gute Wasserreserven verfügen, ist Wasser eine wichtige Ressource, mit der man sorgsam umzugehen hat.“
In Neulengbach ist man froh, bei EVN Wasser zukaufen zu können.

„Daher kommt es auch zu keinem Engpass in der Wasserversorgung“, erklärt Christian Eichinger, der die Neulengbacher Wasserversorgung bestens im Blick hat. Der Wassermeister der Stadtgemeinde berichtet, dass heuer schon etwas vom wertvollen Nass zugekauft werden musste, denn: „Unsere fünf Brunnen verfügen zwar über sehr gute Quellen und schaffen eine sehr gute Versorgung, sie sind aber durch die lange Trockenheit im unteren Bereich.“

Wasser für die Swimmingpools

Das Befüllen von Pools über Hydranten ist nicht mehr erlaubt, stelle aber ansonsten, vom jeweiligen Hauswasseranschluss weg, kein Problem dar. „Aber nur, wenn nicht alle zur gleichen Zeit ihre Pools mit Wasser füllen“, erklärt der Wassermeister. „Eng werden kann es, wenn alle Zweitwohnsitzer diese Idee an einem einzigen Samstag verwirklichen wollen: 100 in einer Woche sind ok, aber 100 in zwölf Stunden – da wird es eng.“