Vorbereitungen für Schnelltests laufen auf Hochtouren. Die Zahl der Infizierten sinkt auch im Bezirk St. Pölten. Für die Durchführung der Schnelltests in den Gemeinden wird jetzt auf Hochdruck gearbeitet.

Von Renate Hinterndorfer. Erstellt am 02. Dezember 2020 (03:41)
Etwa die Hälfte der Bevölkerung wird laut Schätzung an den freiwilligen Tests teilnehmen.
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Die Vorbereitungen für die Corona-Schnelltests laufen auf Hochtouren. Im Bezirk St. Pölten wird die Zahl der Testwilligen auf rund 60.000 geschätzt. „Darauf wird man die Kapazitäten ausrichten müssen“, sagt Bezirkshauptmann Josef Kronister.

Die Testung der breiten Bevölkerung findet am 12. und 13. Dezember statt (siehe auch Landesseiten). Ziel ist, dass es in jedem Ort eine Teststation gibt. Eine große Herausforderung für die Gemeinden.

„Man darf sich das nicht so wie bei Licht ins Dunkel am 24. Dezember vorstellen. Contact Tracing ist mehr als telefonieren. Josef Kronister

Der Neulengbacher Gesundheitsstadtrat Florian Steinwendtner ist zuversichtlich, dass die Stadt alles hinbekommt. Getestet wird im BORG, das steht seit Montag fest. „Wir brauchen ja einen großen Saal, bei dem es genügend Parkplätze gibt. 30 bis 35 Helfer werden wir über den Tag verteilt benötigen. Auf jedem Testplatz braucht man einen Laptop“, so Steinwendtner. Die Anmeldung soll online erfolgen, Details dafür wurden vom Bund noch ausgearbeitet. Steinwendtner hofft, dass zumindest die Hälfte der Bürger testen geht: „Dann hätten wir eine bessere Information wegen der Dunkelziffern.“

Die Testungen seien wichtig, um einen Überblick über das Infektionsgeschehen zu bekommen, hält auch Bezirkshauptmann Josef Kronister fest. Jeder müsse für sich entscheiden, ob er teilnimmt. Aber je mehr Personen sich freiwillig testen lassen, um so aussagekräftiger sei das Ergebnis. Es gehe nicht nur um die persönliche Gesundheit, sondern um das Interesse aller, etwa auch der Wirtschaft: „Zum Beispiel kann man dann einmal sagen, ob man Skigebiete aufsperren kann oder nicht.“

Für den Kirchstettener Bürgermeister Josef Friedl ist klar, dass er sich einem Coronatest unterzieht, er steht dem Projekt positiv gegenüber: „Aus Verantwortung gegenüber den anderen Leuten sollte man testen gehen. Das würde uns helfen, zum Beispiel auch bei den Lehrkräften oder bei den Kindergartenbediensteten.“

„Aus Verantwortung gegenüber den anderen Leuten sollte man testen gehen"

Für die Testung des Bildungspersonals am kommenden Wochenende ist eine Station in der Stadt St. Pölten und eine im Bezirk St. Pölten vorgesehen: Im VAZ und in der Freizeithalle Herzogenburg soll Schul- und Kindergartenpersonal Schnelltests machen können. Die Tests werden Sanitäter des Bundesheers durchführen, erklärt Josef Kronister. Sollte es zu Personalengpässen kommen, so müsse man Rotes Kreuz und Samariterbund um Unterstützung ersuchen.

„50 Tests pro Stunde sollte man hinbekommen“, sagt Bezirkshauptmann Josef Kronister. Die Ergebnisse bedeuten für die Bezirkshauptmannschaft eine große Herausforderung. Das Personal muss in den kommenden zwei Wochen umgeschichtet und noch einmal aufgestockt werden. Die Leute müssen eingeschult werden. „Viele glauben, beim Contact Tracing braucht man nur telefonieren, aber das stimmt nicht. Man braucht geschultes, qualifiziertes Personal. Man darf sich das nicht so wie bei Licht ins Dunkel am 24. Dezember vorstellen.“ Die Dinge seien sehr komplex, betont Kronister: Die Fälle müssen bearbeitet, Verfahrensakte müssen angelegt werden. So wenig wie möglich soll schiefgehen: „Es geht ja um persönlich betroffene Menschen.“

727 Infizierte, 1.528 abgesondert

Im Bezirk St. Pölten sinken die Zahlen: Zu Wochenbeginn waren 727 Personen mit dem neuen Virus infiziert, 1.528 waren in Absonderung.

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