Wehrlose Frau wurde im Schlaf missbraucht. Nach Party verging sich 21-Jähriger an einer schlafenden Frau. Ein Gutachter soll klären, ob Opfer an Belastungsstörung leidet.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 28. Januar 2018 (05:42)
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Symbolbild

„Der Angeklagte und das Opfer waren Gäste bei einer Party in einem Hotel. Dort ist reichlich Alkohol geflossen. Danach ist der Angeklagte in das Zimmer des Opfers gegangen. Die Frau hat geschlafen, war durch Alkohol beeinträchtigt, nicht in der Lage, sich situationskonform zu verhalten, sie war nicht einwilligungsfähig. Er ist seiner Lust nachgegangen, hat den Beischlaf vollzogen“, erzählt Staatsanwalt Leopold Bien im Prozess gegen einen 21-Jährigen aus dem Wienerwald. Und der Ankläger weiters: „Das ist ein Verbrechen.“

Zum Vorwurf des sexuellen Missbrauchs einer wehrlosen Person ist der Arbeiter geständig. „Eine Gaudi haben wir gehabt, und dann ist es passiert. Wenn ich aber gewusst hätte, dass sie das nicht will, hätte ich sofort damit aufgehört“, bereut er. Um Milde bittet sein Verteidiger: „Er ist kein grauslicher Sexualverbrecher, er hat die Situation falsch eingeschätzt.“

Angeklagter versteckte sich hinterm Vorhang

Dem Treiben des Angeklagten setzte ein anderer Partygast ein Ende. „Der Angeklagte war nicht in seinem Zimmer, ich habe mir gedacht, dass da etwas passiert ist. Ich habe ihn gesucht, bin in das Zimmer des Opfers. Es war dunkel, aber ich habe gesehen, wie sich der Vorhang bewegte. Ich habe ihn weggeschoben, gesehen, dass der Angeklagte dahinter stand. Das Opfer hat geweint“, berichtet eine Zeugin.

Die 18-Jährige leidet heute noch an dem Übergriff. „Meine Mandantin hat Flashbacks und braucht eine psychologische Behandlung“, erklärt die Opferanwältin und beantragt die Bezahlung von 7.800 Euro für erlittene Pein und Therapiekosten.

Der Staatsanwalt beantragt die Einholung eines Sachverständigengutachtens. „Zur Klärung, ob das Opfer an einer postraumatischen Belastungsstörung leidet, die einer schweren Körperverletzung gleichkommt“, so Bien. Dem stimmt der Schöffensenat zu. Prozess vertagt.