Fast 14 Mal um die Erde: RK Neulengbach zieht Bilanz. Rund 543.000 Kilometer haben die Rettungsleute 2020 zurückgelegt. Auch viele Corona-Verdachtsfälle wurden – in voller Schutzausrüstung – transportiert.

Von Renate Hinterndorfer. Erstellt am 06. Januar 2021 (03:04)
Symbolbild
APA (Archiv/Gindl)

Rund 46.500 Stunden wurden beim Roten Kreuz Neulengbach im Jahr 2020 freiwillig geleistet. An erster Stelle steht der Rettungsdienst, wo 36.000 Stunden von freiwilligen Kräften geleistet wurden. „In Neulengbach ist es nach wie vor üblich, dass Nacht- und Wochenenddienste komplett von Freiwilligen besetzt werden“, berichtet Bezirksstellenleiter-Stellvertreter Daniel Rauchecker.

Viel Zeit geht für die Krisenintervention auf: Hier wird Menschen bei tragischen Ereignissen Beistand geleistet. Aufgrund der Coronapandemie wurden viele Beratungsgespräche telefonisch abgewickelt, um die Rot-Kreuz-Mitarbeiter vor einer Infektion zu schützen.

Ein „großer Brocken“ war laut Daniel Rauchecker im abgelaufenen Jahr auch die Team Österreich Tafel. Fast 63.000 Kilo an Lebensmitteln wurden an Menschen mit geringen Einkommen verteilt. Wären diese Lebensmittel im Biomüll gelandet, so hätten sie 523 Tonnen gefüllt, hat Daniel Rauchecker ausgerechnet.

Team Österreich Tafel war gefragt

Über 6.000 Personen wurden heuer mit Produkten versorgt, das sind um fast 400 mehr als im Jahr 2019. Die Ausgabe der Lebensmittel musste coronabedingt ebenfalls umorganisiert werden. Erfreut ist man beim Roten Kreuz, dass sich trotz Pandemie einige junge motivierte Leute gefunden haben, die bei der Team Österreich Tafel mithelfen.

Corona hat die Rettungsleute natürlich besonders gefordert: 370 transportierte Personen waren Corona-Verdachtsfälle. Fahrer und Sanitäter müssen in diesen Fällen volle Schutzausrüstung tragen, nach dem Transport muss das Fahrzeug ausgeräumt und desinfiziert werden. „Die Hauptherausforderung in der ersten Welle war die Beschaffung von Schutzmaterial“, schildert Daniel Rauchecker. Dass viele heimische Firmen mit der Produktion von Schutz- und Desinfektionsmitteln begonnen haben, hat die Situation bald vereinfacht.

Das Team der Bezirksstelle Neulengbach hat im abgelaufenen Jahr rund 543.000 Kilometer zurückgelegt. „Damit haben wir die Erde fast 14 Mal umrunden“, berichten die Rot-Kreuz-Leute. Zwei neue Fahrzeuge mussten heuer angeschafft werden, denn nach maximal fünf Jahren haben die Rot-Kreuz-Autos ausgedient.

Die Rettungsleute haben 2020 wieder viel geleistet, eine Weihnachtsfeier zum Dank war wegen Corona aber nicht möglich, nur Dankesbriefe wurden verschickt. Man hofft, dass die Feier nachgeholt werden kann, zum Beispiel in Form eines Sommerfestes. „Wir feiern aber nur, wenn es wirklich möglich ist, denn als Rotes Kreuz gehen wir ja als Vorbilder durch die Pandemie“, betont Daniel Rauchecker.